Ex-Finanzminister
Neuer Notenbankchef für Griechenland

Nach sechs Jahren im Amt muss Griechenlands Notenbankchef George Provopoulos gehen. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzminister Ioannis Stournaras. Er spricht sich klar gegen ein drittes Hilfspaket aus.
  • 1

AthenDer bisherige griechische Finanzminister Ioannis Stournaras wird neuer Chef der Zentralbank (Bank of Greece) des schuldengeplagten Eurolandes. Dies teilte die zuständige Kommission der Notenbank am Mittwoch mit. Der 56-jährige Ökonom führte das Finanzressort der griechischen Koalitionsregierung seit Juni 2012 in einer der schwierigsten Phase der Finanzkrise. Stournaras wurde am Mittwoch in Berlin erwartet, wo er zusammen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an einer Veranstaltungsreihe des Finanzressorts zu Europa teilnehmen sollte.

Stournaras wird nach der Übernahme seines neues Postens am 19. Juni weiter eine wichtige Rolle bei den Bemühungen für die Stabilisierung Griechenlands spielen. Seine Berufung zum Notenbankchef muss noch formell vom griechischen Ministerrat gebilligt werden. Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hatte sein Kabinett zu Wochenbeginn umfassend umgebildet und als neuen obersten Kassenhüter Griechenlands den Finanzexperten Gikas Hardouvelis ernannt.

Das hoch verschuldete Griechenland geht nach wie vor davon aus, ohne ein drittes Hilfspaket auszukommen. Der bisherige griechische Finanzminister und neue Chef der Zentralbank (Bank of Greece), Ioannis Stournaras, bekräftigte am Mittwoch in Berlin, sein Land könne die Finanzlücke aus eigener Kraft schließen. „Wir haben Wege, um den Betrag aufzubringen“, sagte Stournaras nach einem Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Es sei aber noch zu früh für Entscheidungen. Schäuble betonte die Bereitschaft der Euro-Partner zu weiteren Hilfen, falls es Bedarf dafür gebe: „Ob das so sein wird, werden wir sehen.“

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte Griechenland zusätzliches Geld benötigen. Grund sind die Finanzlücken bei gleichzeitig sehr hohen Staatsschulden. Athen hatte zuletzt aber mehrfach betont, dass kein drittes Hilfepaket angestrebt werden. Schäuble geht davon aus, dass auch die neue griechische Regierung den bisherigen Kurs fortsetzen wird: „Der Wechsel in der Position des Finanzministers bedeutet keinen Wechsel in der Politik.“ Dies habe ihm die griechische Regierung versichert.

Nach den Worten von Stournaras hat Griechenland es geschafft, das „Schiff in eine andere Richtung zu manövrieren - in Richtung Wohlstand und Aufschwung“. Weitere Reformen seien notwendig, der Rahmen dafür sei aber nicht mehr so eng wie bisher. Ein Problem sei nach wie vor die geringe Liquidität der griechischen Wirtschaft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-Finanzminister: Neuer Notenbankchef für Griechenland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Auch ein weicher Haircut,ist ein Haircut,bleibt ein Haircut zu Lasten der Gläubiger.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%