Ex-Präsidentin Park
Zehntausende Anhänger protestieren in Seoul

Zahlreiche Unterstützer der ehemaligen Präsidentin Park gehen auf die Straße. Zeitgleich zu der Demonstration gibt es auch Proteste ihrer Gegner. Park droht eine Anklage wegen Bestechlichkeit.
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SeoulZehntausende Anhänger der verhafteten ehemaligen Präsidentin Park Geun-hye haben am Samstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Freilassung der Politikerin gefordert. Die Demonstranten schwenkten die Nationalflagge und die amerikanische Flagge und skandierten Slogans im Militärstil. Parks Gegner veranstalteten unterdessen ihre eigenen Proteste in nahegelegenen Straßen, wo sie die Verhaftung feierten. Die Polizei setzte Tausende Beamte und Hunderte Busse ein, um Anhänger und Gegner der Ex-Präsidentin auseinanderzuhalten.

Park war am Freitag in Untersuchungshaft genommen worden. Ihr wird vorgeworfen, mit einer engen Vertrauten zusammengearbeitet zu haben, um Unternehmen zu erpressen und Bestechungsgeld anzunehmen. Außerdem soll sie der Freundin ermöglicht haben, Staatsangelegenheiten zu manipulieren.

Die Staatsanwaltschaft kann Park bis zu 20 Tage in Untersuchungshaft halten. Während dieser Zeitspanne könnte sie formal Anklage gegen die Ex-Präsidentin erheben. Der schwerwiegendste Vorwurf gegen Park lautet, sie habe Millionen von Dollar an Bestechungsgeldern vom Technologie-Riesen Samsung im Gegenzug für Geschäftsvorteile angenommen. Dies könnte mit einer Gefängnisstrafe von mehr als zehn Jahren oder gar lebenslanger Haft bestraft werden, sollte Park verurteilt werden. Park hat sich dafür entschuldigt, Vertrauen in ihre verhaftete Freundin Choi Soon Sil gesetzt zu haben. Doch hat sie bestritten, gegen Gesetze verstoßen zu haben.

Nachdem das Verfassungsgericht des Landes am 10. März entschieden hatte, Park ihres Amtes zu entheben, waren bei gewalttätigen Auseinandersetzungen drei Unterstützer ums Leben gekommen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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