Explosion in Bangkok
Stich ins Herz

Eine zweite Explosion erschüttert Bangkok. Es ist eine neue Dimension des Terrors in Thailand. Egal wer hinter den Akten steckt: Die Gruppe hat ihre Strategie radikal verschärft – und kann dem Land ernsthaft schaden.
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BangkokDie Explosion war so stark, dass sie einen zwei Meter weiten Krater in den Boden riss. Um 19 Uhr Ortszeit verwandelte sich der berühmte Erawan-Schrein mitten in Bangkoks Innenstadt in ein Schlachtfeld. Eigentlich ist hier einer der bezauberndsten Plätze der Stadt: Doch wo kurz zuvor noch junge Frauen zu Ehren der Götter Tänzchen aufgeführt und Touristen Räucherstäbchen anzündet hatten, lagen nach einem gewaltigen Feuerball plötzlich Leichen auf dem Boden.Heute gab es eine zweite Explosion, verletzt wurde niemand.

Es ist einer der schwersten Anschläge, den die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Der Polizei zufolge sind mindestens 19 Menschen getötet worden, mehr als 80 weitere wurden verletzt. Ausnahmesituation ist man in der thailändischen Hauptstadt gewohnt. Doch auf solche Attacken ist man auch in Bangkok nicht vorbereitet: Die Behörden haben dazu aufgerufen, Blut zu spenden. Weil so viele Touristen betroffen sind, wurden zunächst auch dringend Übersetzer gesucht. Thailands Machthaber Prayuth Chan-ocha sagte, die Regierung werde einen „War Room” einrichten. Auf fast allen Kanälen wurde am Abend eine Ansprache der Junta übertragen. Ein Sprecher forderte die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben.

Der Appell dürfte nötig sein: Denn mit dem Anschlag hat der Terror in Thailand eine neue Dimension erreicht. Schon zuvor hat es in in der Hauptstadt immer mal wieder kleine Anschlägen von unbekannten Hintermännern gegeben, gelegentlich konnten Sprengsätze auch noch rechtzeitig entschärft werden. Dieses Mal ist es anders: Diese Bombe wurde nicht mehr als Warnung gezündet, sondern um möglichst viele Menschen zu töten, heißt es von den Behörden. Wer auch hinter den Anschlägen steckt, ob politische Opposition oder muslimische Separatisten im Süden: Die Gruppe hat einen radikalen Strategiewechsel vollzogen, der Thailand ernsthaft gefährlich werden kann.

Es ist ein Angriff auf das Herz des Landes. Rings um die Sehenswürdigkeit reihen sich teure fünf Sterne-Hotels und in ganz Asien bekannte Shopping-Malls. Insbesondere für die vielen Touristen aus China und Taiwan ist der Schrein eine der Hauptattraktionen. Direkt daneben ist eine der wichtigsten Kreuzungen der Stadt. Es ist als würde eine Bombe auf dem New Yorker Times Square oder am Brandenburger Tor explodieren.

Angesichts dessen scheint klar, worauf die Täter abzielten: Der thailändische Verteidigungsminister Prawit Wongsuwong sagte, wer immer auch hinter dem Anschlag stecke, er wollte vor allem dem Tourismus schaden und das Land destabilisieren.
Die Branche ist dabei einer der wenigen im Land, der es noch gut geht. Sie ist der seidende Faden, an dem die angeschlagene Wirtschaft noch hängt. Die Bank Credit Suisse rechnete damit, dass dieses Jahr rund zwei Drittel des Wirtschaftswachstums dem Tourismus zu verdanken sind. Ansonsten darbt die Wirtschaft: Auch der Junta ist es nicht gelungen, die Konjunktur nach dem politischen Tumult vor ihrer Machtübernahme wieder anzukurbeln.

Seit ihrer Machtübernahme haben sich auch die Rahmenbedingungen weiter verschlechtert: Der Export-Konkurrent China wertet seine Währung ab und dürfte gleichzeitig weniger Waren nachfragen. Auch der Tourismus droht unter den plötzlich kaufkraftschwächeren Chinesen zu leiden. Nach den schrecklichen Bildern aus der Hauptstadt dürften nun noch weniger Besucher kommen.

Kommentare zu " Explosion in Bangkok: Stich ins Herz"

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  • Ich wollte schon einen ähnlichen Kommentar schreiben, aber da dies beim HBO kein Einzelfall ist, habe ich es frustriert sein lassen. Eine Beleidigung für den Leser

  • dann kauf dir die druckausgabe, du spaßleser

  • Der Artikel grenz an eine Frechheit. Nicht des Inhalts wegen, sondern weil darin mehr grammatikalische Fehler schlummern als im Aufsatz eines Viertklässlers zur goethischen Poesie. Da macht das Lesen gleich keinen Spaß mehr.

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