Fall Litwinenko: Eine Giftspur führt nach Moskau
Polonium 210 in British-Airways-Flugzeugen

In Flugzeugen der British Airways sind bei den Ermittlungen nach dem Tod des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko Spuren einer radioaktiven Substanz entdeckt worden. Die Fluggesellschaft sucht nun nach zehntausenden Passagieren – auch nach deutschen Reisenden.

HB LONDON. Ersten Erkenntnissen zufolge handle es sich um „sehr schwache Spuren“, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Die zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ B767 seien auf dem Londoner Flughafen Heathrow aus dem Verkehr gezogen worden. Wie die BBC berichtet, handelt es sich um Polonium 210. Diese Substanz war auch für den Tod des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko verantwortlich. Ein drittes Flugzeug gleichen Typs solle noch in Moskau untersucht werden.

British Airways versucht nun, alle Passagiere ausfindig zu machen, die zuletzt in den Maschinen gereist sind. Es gehe um rund 33 000 Passagiere von 221 Flügen in den vergangenen vier Wochen, sagte ein Sprecher. Die drei betroffenen Maschinen würden vorerst am Boden bleiben.

Alle betroffenen Maschinen waren auf der Strecke London-Moskau im Einsatz. Die Maschinen verkehrten aber auch auf den Strecken von London nach Frankfurt/Main, Düsseldorf, Barcelona, Athen, Larnaca, Stockholm, Warschau, Istanbul und Madrid. Eine detaillierte Auflistung aller in Frage kommenden Verbindungen hat die Fluggesellschaft auf ihrer Internetseite (» www.britishairways.com) veröffentlicht. Betroffene ausländische Fluggäste wurden aufgefordert, sich telefonisch mit British Airways in Verbindung zu setzen und ihren Hausarzt aufzusuchen.

Der im britischen Exil lebende Litwinenko war vorige Woche in London an Vergiftungserscheinungen gestorben. In seiner Leiche wurden große Mengen des radioaktiven Stoffes Polonium 210 gefunden. Der frühere Geheimdienstoffizier hatte Russlands Präsidenten Wladimir Putin vom Sterbebett aus beschuldigt, seine Ermordung befohlen zu haben. Die russische Führung hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird seit einigen Tagen auch der frühere russische Ministerpräsident Jegor Gajdar wegen einer rätselhaften Erkrankung in einem Moskauer Krankenhaus behandelt. Gajdar sei vergangene Woche bei der Präsentation seines neuen Buchs in der irischen Hauptstadt Dublin für mehrere Stunden in Ohnmacht gefallen, sagte seine Tochter Maria der Nachrichtenagentur Reuters. Der 50-jährige Reformer, der ein Kritiker von Präsident Wladimir Putin ist, liege auf einer Intensivstation. Die Ärzte hätten zeitweise um sein Leben gefürchtet. Gajdars früherem Stellvertreter Anatoli Tschubais zufolge bezweifeln die Mediziner, dass die Erkrankung eine natürliche Ursache habe.

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