Fessenheim
Französische Politiker für Weiterbetrieb von Akw

Baden-Württemberg und Umweltschützer im Dreiländereck warten sehnsüchtig auf die Schließung des grenznahen französischen Atomkraftwerks Fessenheim Ende 2016. Doch vielleicht bleibt die Anlage doch länger am Netz.
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StraßburgFranzösische Politiker plädieren für einen Weiterbetrieb des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim. Die für 2016 geplante Schließung sei zu teuer und koste zu viele Arbeitsplätze, zitierte die Straßburger Tageszeitung „Dernières Nouvelles d'Alsace“ (Dienstag) aus einem Bericht zweier Parlamentarier. Die Abgeordneten Hervé Mariton (UMP) und der Sozialist Marc Goua beziffern darin die Gesamtkosten für die Schließung des ältesten Atomkraftwerks an der deutschen Grenze auf mindestens fünf Milliarden Euro. Angesichts der schwierigen Haushaltslage sei „es besser, eine Entscheidung über die Schließung aufzuschieben“, zitierte die Zeitung.

Die französische Umwelt- und Energieministerin Ségolène Royal wies die Summe entschieden zurück. Diese Zahl sei falsch, sagte sie im französischen Rundfunk France Inter. „Ich werde nicht dem Druck einer Lobby nachgeben“. Grundlage der Berechnung der Abgeordneten war eine mögliche Entschädigung des Fessenheim-Betreibers EDF für einen entgangenen Gewinnausfall; ausgehend von der Annahme, dass Fessenheim bis 2040 in Betrieb bleiben könnte, also insgesamt 60 Jahre.

Royal bestätigte allerdings, dass das Abschaltjahr für Fessenheim nicht sicher sei. „Fessenheim wurde genannt, weil es das älteste Kraftwerk ist. Doch seitdem wurden mehr als 500 Millionen Euro investiert. Ich werde die Vorschläge des Betreibers EDF sehr genau prüfen“.

Im Rahmen der Energiewende in Frankreich sollen zwei Reaktoren abgeschaltet werden, wenn das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal 2016 den Betrieb aufnimmt. Fessenheim ist seit 1977 in Betrieb. Umweltschützer halten die Anlage für pannenanfällig und fordern seit Jahren ihre Schließung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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