Festgefahrener Klimagipfel
Kopenhagen hofft auf Obama

Der Weltklimagipfel in Kopenhagen tritt auf der Stelle. Die Versuche von Spitzenpolitikern aus aller Welt, die Verhandlungen voran zu bringen, scheiterten in der Nacht zu Freitag. Nun ruhen beim festgefahrenen Gipfel große Hoffnungen auf US-Präsident Barack Obama, der inzwischen in Kopenhagen eingetroffen ist.
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KOPENHAGEN. Bis zwei Uhr in der Frühe verhandelten die Repräsentanten von 30 Staaten, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, ohne sich auf einen mehrheitsfähigen Text verständigen zu können. Die Gruppe setzte ihre Gespräche heute Morgen um acht Uhr fort. Auch US-Präsident Barack Obama ist inzwischen eingetroffen.

Er nahm direkt Gespräche mit den wichtigen Weltführern auf. Auf Obama ruhen beim festgefahrenen Gipfel große Hoffnungen. Am späteren Vormittag will der US-Präsident auch mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao zusammentreffen. Auch ein Streit zwischen den USA und China, den beiden größten Produzenten der gefährlichen Treibhausgase, blockiert den Gipfel. Die Regierung in Peking wehrt sich dagegen, die Wirksamkeit ihrer Klimaschutzmaßnahmen von der Staatengemeinschaft überprüfen zu lassen.

Ziel der Gruppe ist es, die beiden Hauptstränge der jetzt seit fast zwei Wochen andauernden Verhandlungen zusammenzuführen. "Es geht darum, einen politischen Text zustande zu bringen, der am Ende von allen akzeptiert werden kann", hieß es in Verhandlungskreisen. Der Text müsse so konkret wie eben möglich sein. "Es reicht nicht, wenn wir sagen, dass wir uns alle lieb haben." Ziel sei es, möglichst konkrete Festlegungen zu erzielen bezüglich der Reduktionsziele und deren Kontrolle, außerdem müsse die Frage der Finanzierung von Hilfen für die Entwicklungsländer geklärt werden.

Unterhalb der Ebene des angestrebten verbindenden politischen Textes sollen die beiden Haupttexte der Konferenz fortbestehen. Dabei geht es um die Fortführung des Kyoto-Protokolls mit verbindlichen Reduktionszielen für die Industriestaaten und um ein neues Abkommen, dass weiteren Ländern Reduktionspflichten auferlegt. In beiden Haupttexten gebe es noch immer eine "hohe zweistellige Zahl von Klammern", hieß es in deutschen Delegationskreisen. Damit sind die strittigen Punkte gemeint, die in den Textentwürfen in Klammern stehen.

Um den verbindenden Text zu erreichen, sei das kleinere Format mit den Repräsentanten von 30 Staaten aus allen Regionen der Welt sinnvoll. "Es gibt viel guten Willen, aber es gibt auch sehr unterschiedliche Interessen", hieß es in deutschen Verhandlungskreisen. Der angestrebte Text lasse sich "nicht mal eben in einer Stunde aufschreiben". In Kopenhagen verhandeln 192 Staaten über ein Klimaabkommen. In den vergangenen Tagen waren die Gespräche immer wieder ins Stocken geraten.

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  • Die festgefahrenen Gespräche wird Obama lösen. Die übergroße Verantwortung für die nachfolgenden Generationen können und dürfen wir gar nicht ignorieren. Auf die ironische Frage: "Was haben die nachfolgenden Generationen denn für uns getan?" gibt es nur die Antwort: "Weil Egoismus, Profitgier, Gleichgültigkeit, bequemlichkeit und mangelnde Verantwortung daran gehindert haben"

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