Festnahmen
Russland soll Putsch in Georgien geplant haben

Der russische Geheimdienst soll in Georgien einen Militärputsch geplant haben. Das teilte das georgische Innenministerium mit. Der Putsch sei vereitelt und mehrere Offiziere festgenommen worden.

HB TIFLIS/MOSKAU. Die Behörden hätten eine „Verschwörung mit dem Ziel eines Militärcoups aufgedeckt“, berichtete das Staatsfernsehen Rustawi-2 am Dienstag. An den Planungen sei der russische Geheimdienst beteiligt gewesen, sagte Ministeriumssprecher Schota Utiaschwili. Bereits in der Vergangenheit hatte die georgische Führung Moskau mehrfach die Absicht eines Staatsstreichs unterstellt. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Mehrere hochrangige Offiziere der georgischen Armee seien festgenommen worden, sagte Utiaschwili. Die Soldaten sollen mit russischer Hilfe einen Sprengstoffanschlag bei dem an diesem Mittwoch beginnenden Militärmanöver der Nato geplant haben. In einer Kaserne nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis meuterte außerdem nach Regierungsangaben ein Panzer-Bataillon. Mehrere hundert Soldaten weigerten sich in der Ortschaft Muchrowani, Befehle anzunehmen, wie Verteidigungsminister David Sicharulidse am Dienstag mitteilte.

Sicharulidse sagte, die Meuterer hätten ihm nicht erlaubt, die Kaserne zu betreten. Den Verschwörern hätten sich auch Zivilisten angeschlossen, die keine Beziehungen zu dem Bataillon hätten. Organisiert worden sei die Meuterei von einem früherer Kommandeur einer Sondereinheit, Georgi Gwaladse.

Der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin bezeichnete die Putsch-Vorwürfe aus Tiflis als „lächerlich“. „Wir haben uns allmählich schon an diese unsinnigen Anschuldigungen von georgischer Seite gewöhnt“, sagte Rogosin nach Angaben der Agentur Interfax. Er hatte zuvor das geplante Nato-Manöver in dem Konfliktgebiet als „Provokation“ kritisiert.

In Georgien hat sich die innenpolitische Krise seit dem Krieg mit Russland im vergangenen August verschärft. Die Opposition in Tiflis gibt Präsident Michail Saakaschwili die Schuld an dem Krieg, in dessen Folge Russland die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien als unabhängige Staaten anerkannte. Mit Dauerprotesten fordern die Regierungskritiker seit Wochen Saakaschwilis Rücktritt.

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