Finanzbranche
Brown und Sarkozy fordern weltweite Boni-Steuer

Großbritannien und Frankreich wollen, dass die hohen Bonuszahlungen in der Finanzbranche weltweit mit einer Sondersteuer eingedämmt werden. Die Staatschefs der beiden Länder plädieren in einem Zeitungsartikel für eine entsprechende globale Regelung. In Deutschland hat eine Boni-Steuer nach britischem Vorbild indes wohl keine Chance.
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HB NEW YORK/BERLIN. Unter den Maßnahmen zum Umbau des Finanzsystems habe die Boni-Steuer Priorität, schrieben der britische Premierminister Gordon Brown und der französische Präsident Nicolas Sarkozy in einem Gastbeitrag im "Wall Street Journal" am Donnerstag. Dabei sei klar, dass man im globalen Maßstab handeln müsse.

"Und wenn wir eine Lösung finden, die konsequent in den führenden Volkswirtschaften umgesetzt wird, könnten wir damit auch sicherstellen, dass die Steuerzahlen nicht für Risiken geradestehen müssen, die der Bankensektor eingegangen ist", betonten Brown und Sarkozy. Mit den Mitteln aus der Sondersteuer könne unter anderem auch der Kampf gegen den Klimawandel finanziert werden.

Der britische Finanzminister Alistair Darling hatte am Mittwoch angekündigt, befristet eine Sondersteuer auf Banker-Boni zu erheben. Demnach werden Bonuszahlungen von über 25 000 Pfund (27 700 Euro) mit einer einmaligen Steuer von 50 Prozent belegt. London erhofft sich davon Einnahmen von umgerechnet 600 Mio. Euro für die Staatskasse.

Schwarz-Gelb gegen Sondersteuern auf Banker-Boni

Die schwarz-gelbe Koalition lehnte Sondersteuern auf Bonuszahlungen für Bankmanager nach britischem Muster laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" ab. Entsprechende Steuerverschärfungen würden ausgeschlossen. Noch vor Jahresende seien aber weitere Schritte geplant, um nachhaltigere Vergütungssysteme zu erreichen. Ein Gesetz dazu solle aber frühestens 2010 kommen, hieß es.

Der Finanz-Obmann der FDP-Fraktion, Frank Schäffler, sagte, er lehne eine Strafsteuer für Banker-Boni ab. Besser seien transparente Beschlüsse der Bankaktionäre über die Managergehälter. Der Grünen - Europaabgeordnete Sven Giegold, Mitglied des Wirtschaftsausschusses, äußerte dagegen die Hoffnung, dass der Schritt Großbritanniens eine Signalwirkung entfaltet. Jetzt werde es leichter, auf europäischer Ebene richtig harte Regeln zur Manager-Vergütung durchzusetzen, sagte er.

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