Finanzkrise in Griechenland
Dijsselbloem erwartet keine schnelle Einigung

Die Zeit drängt für Griechenland. Nach dem Spitzengespräch in Berlin scheint eine Einigung mit den Geldgebern möglich. Doch Eurogruppen-Chef Dijsselbloem dämpft den Optimismus.
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Den HaagEine schnelle Einigung der Geldgeber mit Griechenland noch in dieser Woche ist nach Ansicht des Vorsitzenden der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, nicht zu erwarten. „Es werden Fortschritte gemacht, aber es ist echt noch nicht genug.“ Auf eine Frage, ob Griechenland dennoch bis Freitag 300 Millionen Euro für die Rückzahlung eines IWF-Kredites erhalten könne, antwortete der niederländische Finanzminister in einem Interview mit dem niederländischen TV-Sender RTL: „Das ist praktisch und auch theoretisch ausgeschlossen“.

Auch Konzessionen der Geldgeber könne die griechische Regierung nicht erwarten. „Wir werden ihnen nicht auf halbem Weg entgegen kommen“, sagte Dijsselbloem. Athen müsse die Bedingungen erfüllen und Pläne für einen ausgeglichenen Haushalt und eine Erholung der Wirtschaft erfüllen.

„Es gibt jetzt Signale aus Griechenland, dass sie zu seriösen Schritten bereit sind,“ sagte der Eurogruppen-Chef. Die griechische Regierung müsse aber erkennen, dass sie „vielleicht mit zu vielen Versprechen“ die Wahlen gewonnen habe und das auch „ehrlich den Wählern“ mitteilen.

Dijsselbloem warnte auch vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. „Das ist nicht im Interesse Griechenlands und auch Europas.“ Darüber werde oft zu leichtfertig geurteilt, warnte er.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • also wenn alle keine schnelle Lösung sehen, kommt garantiert das Gegenteil.

  • „Dijsselbloem erwartet keine schnelle Einigung“, das liegt daran, weil sich die EU erpressbar macht. Mit der Äußerungen, wenn Griechenland aus dem EURO-Raum scheidet wäre dies eine Ansteckungsgefahr für andere EURO-Mitgliedsstaaten (kann ich nicht teilen), hält Griechenland die Zügel fest in der Hand.

    Griechenland ist seit vielen Jahren nicht in der Lage sein Wirtschaftswachstum auf ein EURO-Niveau voranzubringen. In Griechenland fehlt es an Allem. Die Wirtschaftsstruktur ist katastrophal, Änderung nicht in sicht. Es herrscht Korruption in allen Bereichen, ohne Ende. Griechenland will die Steuern nicht eintreiben, Steuersünder werden nicht verfolgt. Ungünstige geographische Lage lässt eine starke Industrie nicht zu und der Tourismus bringt nicht die nötigen Milliarden. Usw.

    Worin soll die Ansteckungsgefahr liegen?

    So beschissen wie sich Griechenland gegenüber seinen Partnern verhält und aufgestellt ist, kann keine Ansteckungsgefahr für den EURO-Raum darstellen. Ein GREXIT würde der Welt zeigen, dass der EURO-Raum ein Ausscheiden eines nicht fähigen Land verkraften kann, was als Stärke bewertet würde. Milliarden in ein Fass ohne Boden zu stecken ist keine Kunst, kostet uns Steuerzahler unendlich viel Geld.

    Weiter so, die Volksvertreter müssen ja nicht bezahlen.

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