Finanzkrise
Paris betont Führungsstärke Europas

Unmittelbar vor dem Weltfinanzgipfel am kommenden Wochenende in Washington bietet Frankreich der Bundesrepublik eine enge Zusammenarbeit an, um die Finanzkrise zu überwinden. "Wir gewinnen gemeinsam oder wir verlieren gemeinsam", schreibt Frankreichs Botschafter Bernard de Montferrand in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Europa müsse "weiter Führungsstärke zeigen und eine enge deutsch-französische Beziehung ihm dabei Gewicht und Initiativkraft geben." Der Diplomat räumt in seinem vom Staatspräsidenten autorisierten Beitrag ein, dass es in der Vergangenheit zwischen Paris und Berlin Missverständnisse gegeben habe. Das größte sei die französische Forderung nach einer "Wirtschaftsregierung" für die Eurozone gewesen. Seit dem Beginn der Verhandlungen über die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion hat Frankreich dies stets gefordert. "Wir können auf diesen Begriff verzichten", bietet der französische Diplomat nun überraschend an.

Wichtig sei die praktische Koordinierung. Bei der habe man mit dem vor kurzem organisierten ersten Gipfel der Eurozone Fortschritte gemacht. Paris will den damit entstandenen politischen Schwung nun offenbar nutzen und die begonnene Zusammenarbeit ausbauen, auch über die im Dezember endende französische EU-Präsidentschft hinaus. Nun sei klar, "dass bessere Koordinierung nicht gleich Haushaltsdefizit ist oder unrechtmäßigen politischen Druck auf die EZB bedeutet." Auch seien Missverständnisse über Art und Umfang staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft ausgeräumt worden. Dasselbe gelte für eine "zu enge Auslegung der Subsidiarität." Mehr gemeinsame Regeln und Maßnahmen seien notwendig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%