Finanzminister de Jager
Niederlande ist gegen eine Börsensteuer

In der Euro-Krise stand die niederländische Regierung meist treu an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch bei der Finanztransaktionssteuer koppelt sich das Nachbarland ab und bastelt an einer Alternative.
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Die Niederlande wollen Deutschland bei der Börsensteuer nicht unterstützen. Finanzminister Jan Kees de Jager rief seine Kollegen in der Europäischen Union am Mittwoch dazu auf, Alternativen für eine stärkere Beteiligung der Finanzbranche an den Krisenkosten zu entwickeln.

Europa solle Maßnahmen prüfen, die die Märkte weniger beeinträchtigten und ein geringeres Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung darstellten, schrieb De Jager in einem Brief an das niederländische Parlament. Als Beispiele nannte er eine Finanzaktivitätssteuer, eine europaweite Bankensteuer oder eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild. Die genannten Modelle setzen an unterschiedlichen Punkten des Finanzgeschäfts an.

Die niederländische Haltung ist ein Rückschlag für Deutschland und Frankreich, die für eine Transaktionssteuer auf Börsengeschäfte werben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat allerdings in der vergangenen Woche beim Treffen mit seinen Ressortkollegen in Brüssel eingeräumt, dass die Chancen für diese Form der Abgabe in Europa gering sind. Selbst in der schwarz-gelben Koalition in Berlin herrscht keine Einigkeit: Die FDP hat sich zuletzt verstärkt für eine Art britische Stempelsteuer eingesetzt, die nur einen kleinen Teil der Handelsgeschäfte erfassen würde.

Kommentare zu " Finanzminister de Jager: Niederlande ist gegen eine Börsensteuer"

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  • übrigens gibts in singapur schon eine art transaktionssteuer, aber dort hat sich nie jemand beschwert, obwohl die prozentual höher ausfällt als hier geplant. und den börsenplatz hat es ebenfalls nicht geschadet. was soll also die stimmungsmache dagegen? einziger wehrmutstropfen ist, dass sich die eurokraten diese steuer an den nagel reissen wollen um ihr luftschlossgebilde noch ein paar jahre weiter am laufen halten zu können.

  • Die einzig wählbare Partei in Deutschland ist die FDP!

    Lindner muss die dringend wieder aus dem Dreck führen. Der eizige Grund warum die FDP so weit unten ist, ist weil Sie ihre eigene Wählerklientel verraten und verkauft hat und versucht Sozi Themen zu okkupieren.


    Wir brauchen eine starke FDP und die soll dann koalieren mit wem auch immer Sie will, Hauptsache mit an der Regierung und Hauptsache immer das Zünglein an der Waage welches solche idiotischen Vorhaben wie Finanztransaktionssteuern systemmatisch blockiert und sabotiert!

  • Können Sie nicht lesen? Die NL wollen diese Steuer, die man besser Bankkontoinhabersteuer nennen sollte, ja gerade nicht. Oder wissen Sie nicht, dass NL innerhalb der EU liegen? Oder wollen Sie uns einfach nur veräppeln, achso..?

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