Finanzministertreffen
Europa borgt sich Geld für Griechenland-Hilfe

Die Finanzminister der Euro-Zone haben sich im Prinzip auf Hilfsmilliarden für Griechenland geeinigt. Nur auf das Ergebnis des Schuldenschnitts werde noch gewartet. Der Rettungsfonds EFSF borgt sich Geld für die Rettung.
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BrüsselDas zweite Hilfspaket für Griechenland ist so gut wie beschlossen. Das Land hat nach den Worten von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker alle Maßnahmen ergriffen, um die dringend benötigten Milliarden-Hilfen seiner europäischen Partner zu bekommen. „Die Sache läuft“, sagte Juncker am Donnerstag in Brüssel nach Beratungen der Finanzminister der Euro-Zone.

Der Rettungsfonds EFSF ist bereits damit beauftragt, das nötige Geld für den geplanten Schuldenschnitt am Markt aufzunehmen. Das teilte die Eurogruppe in einer Erklärung mit. Dabei geht es um 30 Milliarden Euro, mit denen der Schuldenschnitt in Griechenland privaten Gläubigern attraktiver gemacht werden soll.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge werden die Euro-Finanzminister am 9. März per Telefonkonferenz endgültig über das 130 Milliarden Euro schwere Paket entscheiden. Es komme nun noch auf die Beteiligung der privaten Gläubiger an dem Forderungsverzicht an. „Das, was ich vorab gehört habe, sieht danach aus, dass Griechenland große Fortschritte gemacht hat. Deshalb denke ich, wir kommen (...) einen wichtigen Schritt voran“, hatte Schäuble vor Beginn des Treffens gesagt. Das griechische Parlament hatte in dieser Woche vereinbarte Reformen des Gesundheitswesens und weitere Sparbeschlüsse durchgepaukt.

Zugleich verlor der griechische Schuldenschnitt etwas an Schrecken: Der Internationale Derivateverband ISDA hält den Forderungsverzicht der privaten Gläubiger nicht für ein „Kreditereignis“, also einen kompletten Zahlungsausfall. Damit werden Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen nicht fällig, die nach Schätzungen zuletzt noch ein Volumen von 3,25 Milliarden Dollar ausmachten. Davon würden vor allem Hedge-Fonds profitieren. Doch war lange Zeit befürchtet worden, unter den Banken und Versicherungen, die solche CDS-Papiere ausgaben, könnte eine fatale Kettenreaktion ausgelöst werden wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008.

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  • Eine Demokratie ist das schon lange nicht mehr...

    Wer spricht denn von Demokratie? Schon Kohl hat immer von einer parlamentarischen Demokratie gesprochen, was nichts anderes bedeutet als parlamentarische Parteiendiktatur.

  • Das einzige, vor was die Bonzen in der EU Angst haben, ist das die Griechen ihr eigenes Ding durch starten, ohne den riesigen Klotz(Brüssel) am Bein! Neue Währung bei gleichzeitigem 100% Schuldenschnitt, und sich auf ihre Stärken besinnen. Demokratie!, Tourismus, (Öko)Landwirtschaft, Öl und Gas (sofern wie behauptet vorhanden) und das Hamsterrad für die 1% auf den Müll werfen. Die sollen selber strampeln!

  • Ah, danke. Das kommt also "bald". Ich dachte schon es wäre schon da. Aber auch nur wenn alles den Bach runter geht, oder?

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