Flüchtlingskrise
Bundesregierung will in Afghanistan aufklären

Deutschland hat im Ausland mehrere Aufklärungskampagnen zum Thema Asyl in Gang gesetzt. So sollen realitätsferne Vorstellungen über die Bundesrepublik korrigiert werden. Nun will Berlin auch in Afghanistan aufklären.

BerlinAngesichts der steigenden Zahl junger Asylbewerber aus Afghanistan hat die Bundesregierung in dem Land eine Aufklärungskampagne gestartet. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin mitteilte, sollen demnächst auch Plakate aufgehängt werden, auf denen dargestellt wird, „dass Afghanistan die Jugend braucht“. Der deutsche Botschafter in Kabul, Markus Potzel, bemühe sich bereits nach Kräften, den teilweise realitätsfernen Vorstellungen vieler Afghanen über Asyl in Deutschland ein realistisches Bild entgegenzustellen.

Das Auswärtige Amt hat den Angaben zufolge im Ausland seit September mehrere Aufklärungskampagnen zum Thema Asyl in Gang gesetzt – darunter auch in mehreren arabischen Staaten. Die Sprecherin räumte allerdings ein, der Effekt dieser Bemühungen werde sich sicher nicht sofort in den Asylzahlen niederschlagen.

Bei der Rücknahme abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland wird sich Afghanistan nach den Worten seines Präsidenten Aschraf Ghani an seine internationalen Verpflichtungen halten. Dies versicherte Ghani nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in einem Telefonat. Anderslautende Äußerungen des afghanischen Migrationsministers seien „nicht die Haltung seiner Regierung“. Weiter hieß es, Steinmeier habe in dem Gespräch mit Ghani seine „Irritation“ zum Ausdruck gebracht.

Am Donnerstag hatte das afghanische Flüchtlingsministerium erklärt, die Regierung sehe sich nicht derzeit nicht verpflichtet, abgelehnte Asylbewerber zurückzunehmen. Zuvor müssten Kabul und Berlin ein entsprechendes Abkommen beschließen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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