Flüchtlingskrise
Die neue Zeitrechnung in Ungarn

Orbán macht ernst: Ungarns Premier lässt für Bezirke, die an Serbien grenzen, den Krisenfall ausrufen, plant einen weiteren Grenzzaun zu Rumänien und führt für illegale Grenzüberschreitung Haftstrafen ein.

Österreich ist nicht gut auf Ungarn zu sprechen. Denn von den ungarischen Lagern werden die Flüchtlinge offenbar zu Tausenden an die österreichische Grenze gebracht. Mittlerweile haben die österreichischen Behörden nicht nur entlang der Autobahn Wien-Budapest am Grenzort Nickelsdorf mit einem ungeahnten Ansturm von Migranten zu kämpfen, sondern auch das Südburgenland entwickelt sich Dank der ungarischen Transporthilfe zu einen Krisenpunkt. In Heiligenkreuz im Lafnitztal (Burgenland) kamen viele verängstigte Flüchtlinge an. Alle wollen nur noch raus aus Ungarn, berichten Helfer vor Ort.

Die ungarische Regierung hat in der Nacht zum Dienstag versucht, möglichst viele Flüchtlinge nach Österreich zu bringen. „In Ungarn wird es künftig keine Flüchtlingslager mehr geben“, sagte Ministerpräsident Viktor Orbán. In Wien wird das als Retourkutsche für die scharfe Kritik an der inhumanen Flüchtlingspolitik der Ungarn interpretiert.

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gilt als Intimfeind des rechtspopulistischen Premiers Orbán. Die Kommunikation zwischen beiden Ländern zur Lösung der humanitären Fragen ist nach Angaben österreichischer Behörden quasi zum Erliegen kommen.

Die derzeitige Massenflucht nach Österreich hat einen guten Grund. Der ungarische Premier Viktor Orbán ließ die Gesetze drastisch verschärfen. Bei illegalem Grenzübertritt drohen den Flüchtlingen mehrjährige Haftstrafen. Auch auf die Beschädigung des Grenzzaunes steht Gefängnis.

Außerdem – so gab er heute bekannt – will er auch an der Grenze zum EU-Nachbarland Rumänien einen Grenzzaun bauen lassen. Als Grund ließ er seinen Außenminister Peter Szijjarto laut der staatlichen Nachrichtenagentur MTI angeben, dass sich Schlepper nach der Schließung der ungarisch-serbischen Grenze Ausweichrouten über Rumänien suchen könnten.

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