Folgen des Klimawandels
Wechselseitige Abhängigkeiten

Klimaforscher sind sich nach langen Debatten einig, dass die Erwärmung der Erde menschengemacht ist. Das menschliche Bewusstsein für den Klimawandel ist aber noch relativ jung, da der natürliche Wandel – bisher – in einem Lebensalter nicht spürbar war. Eine kleine Geschichte der Erkenntnis.

DÜSSELDORF. Das Wort „Treibhauseffekt“ hatte, als 1824 der französische Naturforscher Jean-Baptiste Fourier zum ersten Mal davon sprach („l’effet de serre“) lange nicht den bedrohlichen Klang, wie heute. Heute denkt man bei dem Begriff gleich an schmelzendes Polareis, steigende Meeresspiegel und verheerende Wirbelstürme. Doch der Effekt ist zunächst einmal eine der zentralen Voraussetzungen für das Leben auf der Erde: Dass Kohlendioxid (CO2), Methan und vor allem Wasserdampf in der Atmosphäre die langwellige Wärmerückstrahlung der Erde nicht ins Weltall durchlassen sondern absorbieren, macht den Planeten Erde erst wohnlich. Ohne die Gase betrüge die mittlere Temperatur der Erdoberfläche nicht 15ll C sondern minus 18 ll C.

Fouriers Spekulation und der Beweis durch den Iren John Tyndall 40 Jahre später, dass die Gase tatsächlich Wärme absorbieren, waren wichtige Schritte zum Verständnis des Klimas. Seither steht CO2 im Zentrum der Überlegungen der Klimatologen. Schon in den 30er Jahren brachten Forscher den damals gemessenen Temperaturanstieg mit dem CO2-Ausstoß durch die Industrie in Verbindung. Diesen Verdacht konnten sie allerdings noch nicht belegen. 1958 gelang zumindest der Nachweis, dass der CO2-Gehalt der Luft ansteigt. Genauere Analysen konnten auch belegen, dass dieser Anstieg auf die Verbrennung fossilen Kohlenstoffs (Öl und Kohle) zurückgeht, also auf die Energiegewinnung der Menschen.

In der breiteren Öffentlichkeit war das aber noch lange kein Thema. 1979 warnte das Climate Research Board der amerikanischen National Academy of Sciences vor der globalen Erwärmung. Bis vor einigen Jahren jedoch waren zu jeder Warnung auch immer gleich die „Klima-Skeptiker“ zur Stelle, die an der Aussagefähigkeit der Daten zweifelten.

Die wachsende Beunruhigung über die Rolle des CO2 führte 1988 zur Gründung des „ Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) durch die Vereinten Nationen und die Weltorganisation für Meteorologie. Das der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordnete Panel beurteilt die Risiken des Klimawandels und trägt Vermeidungsstrategien zusammen. Alle fünf Jahre erscheint ein Report, der zurzeit die dominierende Basis der politischen und wissenschaftlichen Diskussionen über die Klimaentwicklung ist.

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