Frankreich
Fußballclubs laufen Sturm gegen Millionärssteuer

Frankreichs Finanzminister wackelt bei der umstrittenen Millionärssteuer. Denn die Fußballvereine im Land – viele schon jetzt überschuldet – begehrten auf. Mit ihnen will Pierre Moscovici nun über eine Ausnahme reden.
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ParisFrankreichs Sozialisten werden nicht glücklich mit ihrer Millionärssteuer. Nachdem der Verfassungsrat das Projekt einer Steuer von 75 Prozent vor ein paar Monaten gestoppt hatte, begehren jetzt die Fußballvereine auf. Die Steuer wurde neu gefasst, statt der Empfänger hoher Einkommen über eine Million Euro sollen nun die Unternehmen sie zahlen. Die Abgabe ist aber immer noch nicht in Kraft getreten. „Ich gebe Sturmwarnung!“ tönte vor wenigen Tagen Frédéric Thiriez, Chef der französischen Fußballliga. „Nur die Fußballvereine werden diese Steuer zahlen, sie ist ungerecht und unsinnig“ beschwerte sich Thiriez.

Er begründete das damit, dass große Unternehmen, die Gehälter über eine Million Euro zahlen, Mittel und Wege finden würden, um sich an der Steuer vorbei zu mogeln. Musik- und Filmstars würden sie ebenfalls nicht abführen: „Die wohnen doch alle in der Schweiz.“ Auf die Fußballvereine komme dagegen eine Zahllast von 80 Millionen Euro zu. Da die Vereine eine erkleckliche Zahl von Stars beschäftigen, die Einkommensmillionäre sind, würde sich in der Tat ihre finanzielle Belastung erheblich steigern.
Die Brandrede des Ligachefs verfehlte nicht ihre Wirkung auf Finanzminister Pierre Moscovici. In einem Interview mit der Sportzeitung l’Equipe reagierte er – und begann deutlich zu wackeln: „Wir müssen mit den Vereinen in einen Dialog treten, um eine Lösung zu finden“, gestand er ein. Er habe großes Verständnis für die finanziellen Sorgen der Fußballclubs. „Mein Ministerium hat allerdings eine andere Zahl errechnet, nämlich 45 Millionen Euro.“

Eine große Zahl von Vereinen kratzt an der Überschuldung. Andere wie der Pariser Club Paris Saint-Germain (PSG) oder Monaco werden von den zahlkräftigen Kataris oder russischen Oligarchen unterstützt. Doch hat PSG seit längerem große Probleme mit der Uefa, die Katars Zahlungen als unverhältnismäßig und wettbewerbsverzerrend ansieht: PSG verstoße gegen die Auflagen des „finanziellen fair play“. Selbst wenn die Zahl Moscovicis von „nur“ 45 Millionen Euro exakt sein sollte, ist ein Rätsel, wo die Vereine dieses Geld hernehmen sollen. Und die Regierung, die ohnehin unter mangelnder Zustimmung der Bürger leidet, hat wenig Interesse daran, sich jetzt auch noch mit den Fußballfans anzulegen.

Politisch am Ende wäre die Steuer aber möglicherweise, wenn Moscovici den Fußballvereinen eine Sonderregelung offerierte. Das wäre mit den Regeln des Steuerrechts nicht zu begründen. Denn warum soll eine bestimmte Klasse von Unternehmen, nämlich Fußballclubs, die Steuer nicht oder nur eingeschränkt zahlen, während andere, die „nur“ gewöhnliche Arbeitnehmer in Lohn und Brot halten, sie leisten müssen? Selbst wenn die Regierung es versuchte: Mit ziemlicher Sicherheit würde der Verfassungsrat die Steuer dann wieder kippen. Moscovici und mit ihm Staatspräsident Hollande wären blamiert. Derzeit ist nicht absehbar, wie die Regierung aus dem Schlamassel herauskommen will, den sie mit der 75-Prozent-Steuer angerichtet hat.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

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  • @Fredi

    Bitte immer berücksichtigen, dass auf die 53% noch 5,5% Soli drauf kommen, dann noch die Krankenversicherung und die Rentenbeiträge, und das ganze ab einem Einkommen von 60K (Grüne) und 80K (SPD). Nicht zu vergessen, dass das Ehegattensplitting abgeschafft werden soll.

    Damit bestrafe ich in erster Linie die normale Mittelstandsfamilie und nicht die "Reichen".

    So viel zu Steuerirrsinn...

  • PS:
    Hollande soll die Kopiervorlage für diese Politik der SPD/GRÜNEN/LINKEN liefern. Leider ist die Vorlage ein sehr mangelhaftes Exemplar.

    Frau Wagenknecht ist vielleicht viel geiler als manche andere Politikerinnen, aber das macht sie und vor allem ihre Ansichten nicht symphatischer. Offene Wunden in der Gesellschaft gibt es einige, doch Frau Wagenknecht will diese mit einem Eisen ausbrennen. Dies wird solange geschehen, bis es kein Geld mehr zu verteilen gibt, dann ist Guter Rat teuer und die CDU/FDP darf dann wieder übernehmen. Unter der SPD Regierung ist NRW so verarmt, dass sie kein Geld mehr in den Länderfinanzausgleich einzahlen können und Oberhausen ein Leuchtturm für kommunale Schuldenfinanzierung geworden ist.

  • Nachdem die DDR an ihrer schlechten Wirtschaft und wegen fehlernder Freiheit kläglich den Betrieb einstellen musste und die verhasste BRD die Insolvenzkosten übernehmen musste, hat es nicht lange gedauert, bis diese linken Wirtschaftsphantastereien schon wieder als Lösung aller Probleme angepriesen werden. Zusammen mit einer paralysierten SPD und der Verbotspartei der Grünen hat man wieder eine schlagkräftige Truppe zusammen, um dem gutverdiendendem Arbeitnehmer und kleinen bis mittleren Gewerbebetrieben das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vor der DDR zu lernen heißt siegen lernen, haben sich die Grünen gedacht und wollen uns jetzt vorschreiben, langsam zu fahren, vegetarisch zu leben, unsere Mobilität zu Gunsten der Umwelt einzuschränken, die privaten Krankenversicherungen mit Hilfe der Bürgerversicherung auszuplündern, Steuern und Abgaben auf breiter Front erhöhen. Alle Ziele laufen darauf hinaus, dass die Grünen und ihre Vertreter besser als der Konsument wissen, was für den Konsumenten gut ist. Außerdem soll noch jeder Arbeitslose eine perfekte Absicherung bekommen. Klar, das kostet viel Geld, das man den (wenigen) Reichen dann abnehmen will. Also für mich ist das DDR 2.0

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