Frankreich in Syrien
Hollande will IS aus der Luft angreifen

Im Irak fliegt Frankreich seit einem Jahr Luftangriffe gegen den IS. Für Syrien schloss Präsident Hollande das bisher aus, um Assad nicht in die Hände zu spielen. Aufklärungsflüge über Syrien ändern seine Meinung.

ParisFrankreichs Präsident François Hollande will mit seiner Luftwaffe Stellungen der IS-Terrormiliz in Syrien angreifen. „Wir haben Aufklärungsflüge angekündigt, um die Möglichkeit von Luftschlägen ins Auge zu fassen, wenn sie notwendig sind“, sagte Hollande am Montag in Paris. Er fügte hinzu: „Und sie werden in Syrien notwendig sein.“

Der Staatschef betonte die Entschlossenheit, die Frankreich beim Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak oder islamistische Terroristen in der Sahel-Zone zeige. Hollande äußerte sich an der Seite seines nigerianischen Kollegen Muhammadu Buhari.

Hollande stellte außerdem die Dschihadistenmiliz IS in eine Reihe mit der in Nigeria aktiven Islamistengruppe Boko Haram. Diese sei mit dem IS "verbunden" und erhalte von der Miliz Hilfen und Unterstützung. Der "Kampf gegen Boko Haram" sei folglich auch ein Kampf gegen den IS, sagte Hollande. Diese Form des "Terrorismus" sei nicht mehr nach Regionen unterscheidbar.

Frankreich hatte in der vergangenen Woche Aufklärungsflüge über Syrien begonnen, um mögliche Ziele für Luftschläge auszukundschaften. Vor knapp einer Woche begannen französische Kampfjets vom Typ Rafale zudem, Informationen über Stellungen des IS und die Lage in Syrien zu sammeln.

Hollande hatte diesen Einsatz mit Verweis auf das Erstarken des IS angekündigt sowie die Bedrohung, die von der Gruppe für französische Interessen im In- und Ausland ausgehe. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er aus.

Frankreich beteiligt sich mit Zustimmung der irakischen Regierung bereits seit einem Jahr an Luftangriffen einer US-geführten Koalition gegen IS-Truppen im Nordirak. Im Gegensatz zu den USA hat Paris aber bislang nicht auf syrischem Staatsgebiet zugeschlagen. Begründet wurde diese Entscheidung unter anderem damit, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad im Bürgerkrieg nicht gestärkt werden sollte. Die meisten Staaten sehen inzwischen aber den IS als die größte Gefahr in der Region an.

Dort tobt ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Assad, verschiedenen Rebellengruppen und den IS-Milizen. An diesem Dienstag wird sich auch die Nationalversammlung in Paris mit Syrien befassen.

Die Gewalt in Syrien ist ein Grund für den Flüchtlingsstrom, der auch Europa erreicht hat. Millionen Syrer suchen im Ausland Zuflucht vor dem Bürgerkrieg, in dem in den vergangenen Jahren etwa 250.000 Menschen getötet wurden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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