Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Emmanuel Macron
„Aber dann hat er sich emanzipiert“

Den Jahrestag der Kapitulation von Nazi-Deutschland begeht Emmanuel Macron mit seinem Vorgänger Hollande. Die nächsten Tage werden Frankreichs zukünftigen Präsidenten bis zum Anschlag auslasten. Was auf Macron zukommt.
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ParisEmmanuel Macrons Sieg mit 66,1 Prozent der Stimmen ist erst 15 Stunden alt, da wächst er schon in das Präsidentenamt hinein. Am Montagmorgen, Feiertag in Frankreich, nahm er an den Feiern zum 72. Jahrestag der Kapitulation von Nazi-Deutschland teil. Auf der Place de l’Étoile mit dem Arc de Triomphe am oberen Ende der Champs-Élysées begleitete er den scheidenden Präsidenten François Hollande.

Im Leben jeder Nation gibt es bewegende Momente – und Frankreich versteht es besonders gut, sie zu zelebrieren. Die Laune des Kalenders will, dass der 8. Mai sofort auf die Präsidentenwahl folgt. Die Feier wird deshalb zur Initiation des neu gewählten Präsidenten durch seinen Vorgänger, auch wenn die echte Amtsübergabe erst ein paar Tage später stattfindet.

Rund um den Rond point de l’Étoile schritt Hollande die angetretenen Formationen der verschiedenen Teilstreitkräfte ab. Dann ging er zur Ehrentribüne, um den dort stehenden Emmanuel Macron abzuholen und gemeinsam mit ihm ein Blumengebinde am Grabmal des unbekannten Soldaten abzulegen. Im Fall der beiden Männer hat die Geste einen besonderen Hintergrund, Macron war Hollandes Berater und später sein Minister. Dann hat er durch seine Kandidatur dazu beigetragen, dass Hollande der Weg zu einer Bewerbung um die Wiederwahl versperrt war. Doch hat er es stets vermieden, ihn in der Öffentlichkeit zu kritisieren. Und von Hollande weiß man, dass er Macron ein wenig als seinen politischen Ziehsohn ansieht.

Die beiden Männer schüttelten sich die Hände, Hollande legte Macron in einer väterlichen Geste die Hand auf die Schulter, dann schritten sie gemeinsam zum Grabmal und zündeten zusammen die Flamme an und trugen sich ins Goldene Buch ein. Minuten voller politischer Symbolik, die das Hineinwachsen des jungen Nachfolgers in das neue Amt ausdrücken. Nach der Marseillaise sang der Chor der Republikanischen Garde den „Chant des Partisans“: Ein 1943 entstandenes bewegendes Lied, das schnell zur Hymne der Résistance wurde und so gar nichts zackig-Militärisches hat.

„Er ist mir Jahre lang gefolgt, als ich Kandidat und dann Präsident war, aber dann hat er sich emanzipiert,“ brachte Hollande selber nach der Feier die Beziehung zu Macron auf den Punkt. „Jetzt ist er der neue Präsident, gestärkt durch das Votum der Franzosen.“ Auf die Frage, ob Macron ihn nicht verraten habe, sagte Hollande ausdrücklich: „Nein, er hat getan, was er glaubte tun zu müssen, und wenn er eine Information oder einen Rat brauchen sollte, stehe ich ihm jederzeit zur Verfügung, aber das entscheidet er selber.“ Eine Aussage mit großer Fairness.

Zum Ende der Feier geleitete Hollande seinen Nachfolger zu dessen Auto: ein Renault Vel Satis. Wenn das auch ein Symbol sein sollte, fragt man sich, wofür: Die ausladende Limousine ist 18 Jahre alt, ökologisch ein Saurier und war wirtschaftlich ein völliger Fehlschlag. Macron sollte sich dringend ein moderneres Fahrzeug zulegen – am Sonntagabend war er in einem flammneuen Renault Espace unterwegs.

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  • „Er ist mir Jahre lang gefolgt, als ich Kandidat und dann Präsident war, aber dann hat er sich emanzipiert,“ Richtig Herr Macron hat ältere Ehefrau.

  • @Hofmann
    Nicht traurig sein und Kopf hoch.Es wird für die AfD ähnlich kommen, da bin ich sicher. Aber SPD und Grüne müssen sich auch schwere Sorgen machen. Da steht die AfD nicht allein da. Und ich bin auch kein großer CDU-oder gar FDP-Fan, falls Sie das denken sollten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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