Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Macron gegen die Rechtspopulisten
Eine gewaltige Aufgabe für Frankreich

Emmanuel Macron setzt sich in der ersten Wahlrunde in Frankreich durch. Der Sieg gegen Le Pen in der Stichwahl ist noch unsicher. Macron muss das Land gegen Rechts vereinen – und nicht alle Gegner sind gute Verlierer.
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ParisEs war, als hätten die Macron-Anhänger in der großen Messehalle an der Porte de Versailles von Paris etwas geahnt: Schon eine Viertelstunde vor der Schließung der Wahllokale und der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung befanden sie sich in ausgelassener Feierstimmung. Tausende Europa- und Frankreichfahnen wurden geschwenkt, immer wieder wurden Sprachchöre laut – „on a gagné“ („Wir haben gewonnen“) oder „Macron président“. Dann kam um 20 Uhr die erste Hochrechnung: Sie zeigte Macron mit klarem Abstand vor der rechtsextremen Marine Le Pen auf dem ersten Platz.

Der Saal tobte. Darauf hatten sie gehofft, doch die Unsicherheit über die Umfragen war bis zuletzt so groß gewesen, dass wohl die wenigsten wirklich damit gerechnet hatten. Die Anhänger des 39-jährigen Überraschungssiegers mussten sich aber noch gut zwei Stunden gedulden, bis Macron endlich zu einer kurzen Ansprache in den Saal kam.

Zwischenzeitlich erlebte man ein neues Beispiel der Desinformationskampagne, die diesen Wahlkampf begleitet hat. Etwa anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale machten Meldungen die Runde, in Wirklichkeit liege Marine Le Pen vorne und die FN-Chefin habe bereits den Sieg für sich in Anspruch genommen. Dabei sahen alle Hochrechnungen der unterschiedlichen Institute Macron in Führung und Le Pen selber deutete in ihrer Rede mit keinem Wort an, dass sie am besten abgeschnitten habe.

Macron jedenfalls wollte absolut sichergehen, dass seine Führungsposition stabil war und wartete wohl auch deshalb so lange mit seiner Rede. Die begann er mit einem Dank an alle anderen Kandidaten. Besonders hob er François Fillon hervor, der schon kurz nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnung dazu aufrief, jetzt gegen die „extreme Rechte, die eine Geschichte der Gewalt und des Chaos hat“, zu stimmen und Macron zu wählen. Doch nicht alle seine Anhänger, das wurde im Laufe des langen Wahlabends deutlich, wollen ihm dabei folgen. Einige Politiker der Konservativen kündigten an, sie würden Macron nicht wählen. Dennoch, in einem seltenen Zeichen von Fairness applaudierten die tausenden in der Messehalle versammelten Macron-Fans auch den übrigen Bewerbern.

Triumphgefühle oder auch nur Euphorie waren Macron nicht anzumerken. Er schaukelte die Stimmung nicht noch weiter hoch, sondern kühlte sie eher herunter. Noch hat der 39-Jährige den Sieg nicht in der Tasche, er ist aber nun der haushohe Favorit. Doch gerade in der Stunde dieses unerwarteten Sieges dürfte dem jungen Politiker klar geworden sein, wie groß die Aufgabe ist, die auf ihn wartet.

Er deutete das mit den Worten an: „Eine gewaltige Aufgabe liegt vor uns, wir müssen ein System überwinden, das seit 30 Jahren die Hoffnungen der Franzosen enttäuscht hat, in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht.“ Macron dankte seinen Anhängern und erklärte, dass er auch in Zukunft auf sie angewiesen sei, nun aber die Unterstützung aller Franzosen sammeln wolle.

Dann machte er eine überraschende Andeutung, die als Hinweis auf eine Koalition gewertet werden kann: Er wolle eine Mehrheit bilden mit allen Franzosen, die sich für die Überwindung der Krise am Arbeitsmarkt und der Hoffnungslosigkeit einsetzten.

„Dabei ist mir egal, woher sie kommen und welche politische Orientierung sie in der Vergangenheit hatten“, sagte der Sozialliberale in einer überraschenden Geste der politischen Öffnung. Bislang hat er in seinen Reden stets hervorgehoben, er setze auf eine absolute Mehrheit für die Kandidaten seiner eigenen Bewegung „En Marche!“.

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Der Optimismus der Macronisten

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  • Lieber Herr Nüller,

    vielleicht können Sie sich mal entscheiden, was überhaupt Ihre Zielsetzung ist? Wollen Sie anderen Ländern helfen (Sie waren doch gegen Globalisierung?) oder beschweren Sie sich darüber, dass es den Leuten in Deutschland nicht gut genug geht? Und wenn es den Deutschen doch soooo schlecht geht, wovon sollen sie dann mehr importieren? Aber ich gebe Ihnen eine Tipp. Sie müssen dafür nicht an Währungen rumspielen. Sie müssen lediglich da Lohnniveau in Deutschland anheben und dabei wünsche ich Ihnen gegen den Widerstand des Großkapitals mal eben richtig viel Spaß. Denn die Arbeitnehmer in Deutschland sind sich ja leider auch nicht einig und spielen sich sogar gegenseitig gegeneinander aus. Dabei sollten die Gewerkschaften, wenn sie wirklich noch die Interessen ihrer Mitglieder vertreten, vielmehr endlich mal zu einem Generalstreik aller Arbeitnehmer aufrufen. Stattdessen wählt man AfD, eine Partei, die nicht einmal Absicht hat, in einer Regierung mitzuwirken. Dumm, dümmer, Deutschland!

  • Und diese Negativentwicklung haben sie dann Europaweit. Schon heute gibt es in vielen europäsichen Mitgliedsländern verlorene Generationen junger Leute, welche seit Jahren erwerbslos sind. Allein in der EU sind über 24 Mio. Menschen ohne Perspektive und Beschäftigung.
    Und wenn sie doch beschäftigt sind, dann zu niedrigen Löhnen oder als Minijobber ohne jegliche Absicherung.
    Allein bei uns in D arbeiten Millionen von Menschen ungewollt als 400 Euro Jobber, weil sie nichts mehr anderes finden, oder als Scheinselbstständige, die noch mit Hartz IV aufstocken müssen, um überhaupt ein überlebensfähiges Einkommen zu erzielen.

  • Das Problem ist aber nicht durch eine Agendareform zu lösen.
    Dadurch werden nämlich die Probleme nur in die Zukunft verschoben und schlagen dort dann um so heftiger durch. Deutschland dient da als Blaupause, wie man ein gutes Sozialsystem und einen tarifbertraglich geregelten Arbeitsmarkt immer weiter schwächen kann. Heute haben wir millionenfache Minijobber und Leiharbeiter, die zukünftig in der Altersarmut landen werden, weil ihre Bruttolöhne zu niedrig sind, um jemals bei der Rente über die Grundsicherung zu kommen.
    Diese Menschen werden irgendwann auf die Barrikaden gehen und sich gegen ihre Ausbeutung wehren!

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