Französische Fördergesellschaft
Chirac sucht Partner für Innovation

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac will die neue französische Agentur für industrielle Innovation (AII) auf europäischer Ebene ausbauen. Europäische Länder sollen sich an den geplanten Technologieprojekten beteiligen – Deutschland hält sich zurück.

PARIS. „Die Agentur ist ein Kernstück zur Wiederbegründung einer europäischen Industriepolitik – einem Ziel, an dem Deutschland und Frankreich ohne Unterlass arbeiten“, sagte Chirac am Dienstag anlässlich der Vorstellung der ersten Förderprojekte.

Die Innovationsagentur ist eine staatliche Fördergesellschaft, die Unternehmen rückzahlbare Vorschüsse und Subventionen gewähren und ihnen so helfen soll, „bahnbrechende Innovationen zu entwickeln. Dafür wurden zunächst sechs Vorhaben ausgewählt (siehe „Geld für Schlüsselprojekte“ am Ende des Artikels).

Die Bundesregierung hat bislang wenig Interesse bekundet, die französische Agentur stärker europäisch auszurichten. Eine deutsche Beteiligung an der Finanzierung ist nicht geplant. Auch die deutsche Industrie hält sich bei den ausgewählten Förderprojekten zurück. Eine Sprecherin der EU-Kommission begrüßte zwar grundsätzlich die Initiative. Allerdings müsse jeweils geprüft werden, ob die staatliche Förderung mit europäischem Recht vereinbar sei. Mit der neuen Agentur will Chirac verhindern, dass Frankreich im Innovationswettbewerb mit Ländern wie den USA und China den Anschluss verliert.

Die Idee beruht auf einem Bericht einer Expertenkommission unter Leitung von Jean-Louis Beffa, Chef des französischen Baustoffriesen Saint-Gobain. Beffa leitet heute den Aufsichtsrat der neuen Agentur. Als Vorbild nahm er die enge Verzahnung von Staat und Wirtschaft bei der Entwicklung neuer Produkte in Japan. „Im Innovationswettlauf haben wir keine weitere Zeit zu verlieren“, sagte Beffa am Dienstag bei der Vorstellung der Förderprojekte.

Parallel zur Gründung der neuen Innovationsagentur hatten Deutschland und Frankreich mehrere Arbeitsgruppen gebildet, denen namhafte Industriekapitäne angehören. Saint-Gobain-Chef Beffa und Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer leiten eine Gruppe, die deutsch-französische Gemeinschaftsprojekte für Produktinnovationen identifizieren soll. Diese sollen dann von der neuen Agentur gefördert werden.

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