Französische Soldaten in Afghanistan getötet
Blutiger Angriff auf internationale Schutztruppe

Bei Gefechten mit radikalislamischen Taliban-Kämpfern sind am Dienstag in Afghanistan mindestens zehn französische Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet worden. 21 weitere Soldaten seien verletzt worden, teilte der französische Staatspräsident am Dienstag mit. Das sind bisher die schwersten französischen Verluste im Afghanistankrieg.

HB KABUL/PARIS. Nicolas Sarkozy kündigte an, noch am Abend nach Kabul aufzubrechen, um seine Unterstützung für die dort stationierten Streitkräfte zu zeigen. Seine Entschlossenheit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus werde durch den "harten Schlag für Frankreich" nicht erschüttert, erklärte der Staatschef.

Die Kämpfe begannen am Montag im Bezirk Surobi rund 50 Kilometer von Kabul entfernt und flammten auch am Dienstag wieder auf. Nach afghanischen Regierungsangaben wurden dabei auch mindestens 13 Taliban-Kämpfer getötet. Es handelt sich um den verlustreichsten Schlag der Aufständischen gegen die Internationale Schutztruppe (ISAF) seit drei Jahren. Die tödlichste Attacke verübten die Taliban im Juni 2005, als 16 US-Soldaten ums Leben kamen.

Das französische Kontingent soll bis Ende des Monats auf 2 600 Mann aufgestockt werden. Die Todesopfer sind die ersten, seit Sarkozy auf dem Nato-Gipfel im April die Aufstockung um 700 Soldaten angekündigt hatte. Seit Beginn der ISAF-Mission Ende 2001 waren bislang 14 französische Militärangehörige bei Angriffen und Unfällen ums Leben gekommen.

Es habe sich um einen gemeinsamen Einsatz mit der afghanischen Armee gehandelt, erklärte Sarkozy. Es sei eine erhebliche Unterstützung der Verbündeten mobilisiert worden, um die in einen Hinterhalt geratenen Truppen zu retten. Nach afghanischen Regierungsangaben wurden vier der Franzosen zunächst gekidnappt und dann getötet. "Ich verneige mich mit Respekt und Ergriffenheit vor dem Mut dieser Männer, die ihre Aufgabe bis zum höchsten Opfer erfüllt haben", sagte der Präsident. Frankreich bleibe dennoch entschlossen, den Kampf gegen Terror und für Demokratie und Freiheit in Afghanistan fortzusetzen.

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