Französischer Wahlkampf
Macron – Opfer gezielter Falschmeldungen?

Gezielte Falschmeldungen aus Russland über Emmanuel Macron sollen den französischen Präsidentschaftskandidat belasten. Immerhin steht Macron für ein vereintes und starkes Europa, das auch Russland Kontra geben würde.
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ParisDer französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist nach Angaben seiner Partei "En Marche" Ziel russischer Falschmeldungen. Staatlich kontrollierte Medien verbreiteten falsche Berichte, um Stimmung gegen den europafreundlichen Macron zu machen, sagte Generalsekretär Richard Ferrand am Montag. Zudem gebe es Hunderte oder gar Tausende Angriffe auf das Computersystem des Wahlkampfteams, die von Russland aus gesteuert würden. Ferrand sagte, Macron sei ein russisches Ziel, da er für ein geeintes und starkes Europa stehe, das auch Russland die Stirn bieten könne. Macron ist Umfragen zufolge für die Wahl im Mai Favorit.

Ferrand kritisierte den Sender Russia Today und die Agentur Sputnik, die beinahe täglich Falschmeldungen verbreiteten, die andere Medien aufgegriffen. Er appellierte an die Behörden, gegen jeglichen Einfluss von außen vorzugehen. Er verwies auch auf die USA, wo Geheimdienste von einer gezielten Einflussnahme Russlands zugunsten Donald Trumps berichteten. Russland hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Wichtigste Rivalen Macrons sind der Konservative François Fillon und die Rechtsextreme Marine Le Pen. Fillons Wahlkampf leidet unter einer Affäre um die mutmaßliche Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Staatskosten. Le Pen wird Umfragen zufolge zwar im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen, die absolute Mehrheit aber verfehlen. In einer Stichwahl würde Macron den Erhebungen zufolge dann aber deutlich gewinnen. Le Pen hat sich für bessere Beziehungen zu Russland ausgesprochen. Selbst Fillon - sollte er in die Stichwahl kommen - werden zurzeit bessere Chancen als Le Pen eingeräumt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Französischer Wahlkampf: Macron – Opfer gezielter Falschmeldungen?"

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  • Wieso soll das bei einem Berliner Regierenden Bürgermeist gut und bei einem französischen Präsidenten schlecht sein. Diese "fake-news" sind nur noch zum . . .. .(sie wissen schon) Demnächst wird noch berichtet, dass Putin lesbisch und Trump transsexuell ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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