Freihandel
Korea und Europäische Union ringen um Freihandelsvertrag

Die Europäische Union und Südkorea stehen möglicherweise kurz vor dem Abschluss eines Freihandelsvertrags. DieVerhandlungen könnten noch in dieser Woche beendet werden. Dem Abschluss eines Handelsvertrags käme im weltpolitischen Klima auch symbolische Bedeutung zu: Freier Handel mit Korea würde ein Signal zugunsten offener Märkte senden.

TOKIO. Die Europäische Union und Südkorea stehen möglicherweise kurz vor einen Freihandelsvertrag. "Beide Seiten haben vor, die Verhandlungen noch diese Woche zu Ende zu bringen", sagte der koreanische Chefunterhändler Lee Hye-Min in Seoul. Auch sein EU-Verhandlungspartner Ignacio Garcia Bercero zeigt sich optimistisch, dass die letzten verbleibenden Meinungsverschiedenheiten schon bald ausgeräumt sein könnten. Der Vertrag tritt nach der Vorarbeit durch die Handelsexperten jedoch erst in Kraft, wenn ihn alle beteiligten Regierungen ratifizieren - also Südkorea plus 27 EU-Länder.

Den größten Widerstand gab es auf Seiten der EU gegen die freie Einfuhr von Autos. Der südkoreanische VW-Konkurrent Hyundai hat sich bereits einen Platz auf den ersten Plätzen der größten Produzenten nach Absatz erkämpft und plant eine weitere Expansion. Dem bisherigen Vertragsentwurf nach sind die Übergangsfristen bis zu einem wirksamen Freihandel zudem nur knapp bemessen. Bis 2011 würden demnach für 96 Prozent aller EU-Waren und 99 Prozent der koreanischen Waren die Zölle entfallen. Seoul muss vor allem Rücksicht auf die einheimischen Bauern nehmen, die mit ihren kleinen Höfen nicht mit der industriellen Herstellung in der EU mithalten können.

Dem Abschluss eines Handelsvertrags käme im weltpolitischen Klima auch symbolische Bedeutung zu. Derzeit wächst vor allem auch für die Exportnation Deutschland die Befürchtung, dass große Volkswirtschaften sich in einem Wettlauf des Protektionismus einigeln. Freier Handel mit Korea würde ein Signal zugunsten offener Märkte senden. Das Land hat knapp 50 Mill. Einwohner und erwirtschaftet ein Bruttoinlandprodukt von knapp 900 Mrd. Dollar.

Koreas Öffentlichkeit und Gewerkschaften befürchten schädliche Auswirkungen weniger vom Handel mit Waren als von einem anderen Aspekt des Vertragswerks - wie bereits bei Abschluss eines Vertrags mit den USA 2007. "Die Verträge sehen auch eine Liberalisierung von Investitionen vor", sagt Na Sang-Yun von der koreanischen Gewerkschaft des Öffentlichen Dienstes: "Wir fürchten, dass beispielsweise die großen Versorger aus der EU die koreanischen Institutionen unter Druck setzen."

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