Freilassung von Susanne Osthoff
„Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben“

Drei Wochen dauerte das Martyrium von Susanne Osthoff. Nun ist die im Irak entführte deutsche Archäologin wieder frei. Ihre Familie ist über die Maßen glücklich und drängt auf ein Wiedersehen. Bei Mutter und Tochter wäre es das erste nach fünf Jahren.

HB BERLIN/ROTT AM INN. „Ich freue mich, Ihnen heute - auch im Namen der Bundeskanzlerin - mitteilen zu können, dass Frau Susanne Osthoff nicht mehr in den Händen der Entführer ist“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Sonntagabend in Berlin. Nach Steinmeiers Angaben ist die 43-Jährige in körperlich guter Verfassung und „in sicherer Obhut der deutschen Botschaft in Bagdad“. Zu den Umständen, wie das Geiseldrama beendet werden konnte, dem Motiv und der Identität der Täter wollte der Minister noch keine Angaben machen. Die Forderung der Kidnapper, Deutschland solle die Zusammenarbeit mit dem Irak abbrechen, hatte die Bundesregierung von Anfang an strikt zurückgewiesen.

Die Geiselnehmer kündigten laut Steinmeier an, auch Osthoffs irakischen Fahrer Chalid al Schimani freizulassen. Beide waren am 25. November auf einer Überlandfahrt im Nordirak von Unbekannten verschleppt worden. Die Entführung hatte in Deutschland eine Welle der Solidarität mit Osthoff und ihren Angehörigen ausgelöst.

Nach einem „Focus“-Bericht hatte der Krisenstab Hinweise, dass „die Armee der Mudschahedin“ hinter der Tat stünden, was auf einen politischen Hintergrund deutete. Als Mudschahedin bezeichnen sich Kämpfer für einen rechtgläubigen Islam.

Bruder Robert Osthoff war der erste in der Familie, den das Bundeskriminalamt gegen 19 Uhr über das glückliche Ende der Entführungn informiert hatte. Osthoffs Mutter Ingrid Hala sagte, sie habe kurz nach 20 Uhr von einer Journalistin von Susannes Freilassung erfahren, da sie den ganzen Tag unterwegs gewesen sei. Kurz danach habe sich auch das Bundeskriminalamt bei ihr gemeldet. „Ich habe es zunächst nicht für ganz bare Münze genommen. Das ist nicht zu toppen“, sagte die 66-jährige Hahla in Rott am Inn. Sie habe in den vergangenen Wochen immer daran gedacht, dass die Entführung auch schlecht ausgehen könnte. „Ich habe es (die Hoffnung) aber nie aufgegeben.“

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