Führender Wirtschaftsdiplomat ausgewiesen
Moskau sendet „klare Warnung“

Das Säbelrasseln zwischen London und Moskau geht in die nächste Runde: Im Streit über die Aufklärung des Mordfalls Litwinenko hat Russland einem Bericht zufolge den führenden britischen Wirtschaftsdiplomaten des Landes verwiesen. Von einer „klaren Warnung“ ist die Rede.

HB MOSKAU. Andrew Levi ist der hochrangigste der vier britischen Gesandten, die auf Anordnung des Außenministeriums in Moskau Russland verlassen müssten, berichtete die „Moscow Times“. Demnach plant er am Sonntag auszureisen.

Die lehnte eine Stellungnahme zur Identität der ausgewiesenen Diplomaten ab. Ein Sprecher erklärte aber, dass Großbritannien seine gute wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland fortsetzen wolle.

Der Chef-Stratege der Moskauer Alfa Bank, Chris Weafer, deutete die Ausweisung indes als „klare Warnung“. Weafer sagte der „Moscow Times“, es sei für ihn überraschend, dass Russland in der diplomatischen Krise um den Mordfall Litwinenko auf diesen Botschaftsmitarbeiter ziele. Dies sei ein Signal, dass die Krise doch auch die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und Großbritannien berühren könnte.

Im ersten Quartal dieses Jahres summierten sich die britischen Investitionen in Russland auf insgesamt 3,1 Mrd US-Dollar. Damit besetzen britische Investoren in Russland laut „Moscow Times“ die Spitzenposition. Am Mittwoch war bereits unter Berufung auf britische Geschäftsleute- und Regierungskreise berichtet worden, dass die Ausweisung des hochrangigen britischen Diplomaten Anlass zur Sorge um die Sicherheit britischer Investitionen in Russland gebe.

Die Ausweisung des britischen Diplomaten und dreier seiner Botschaftskollegen aus Moskau war die russische Reaktion auf die Ausweisung von vier russischen Diplomaten aus London im Zusammenhang mit dem Konflikt um den Mordfall Litwinenko. Der frühere Geheimdienstler und Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko war in London nach einem Treffen mit dem Geschäftsmann Andrej Lugovoi an einer Polonium-Vergiftung gestorben. Die britische Regierung bemüht sich seither vergebens um die Auslieferung des Russen.

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