G20-Gipfel
Staatschefs wollen Terror keine Chance geben

Sie wollen Einheit zeigen, im Moment der Trauer und der gefühlten Ohnmacht: Der G-20-Gipfel steht nach den Anschlägen in Paris ganz im Zeichen des Antiterrorkampfes. Sogar vermeintliche Feinde sprechen miteinander.

BelekGemeinsam gegen den Terror - dieses Zeichen soll kurz nach den Anschlägen in Paris vom G-20-Gipfel in Antalya ausgehen. „Wir setzen hier ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Rande der Beratungen vom Sonntag. Der türkische Präsident und Gastgeber Recep Tayyip Erdogan rief zu einer „harten“ Anti-Terror-Botschaft auf.

Eineinhalb Tage nach der Attentatsserie kamen die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in dem türkischen Badeort am Mittelmeer zusammen. Gleich zu Beginn gedachten sie in einer Schweigeminute der Opfer von Paris, aber auch des verheerenden Anschlags im Oktober in Ankara. Beide wurden offenbar von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begangen.

US-Präsident Barack Obama kündigte bei dem Treffen an, die USA würden ihren Bemühungen gegen den Terrorismus verdoppeln. Russlands Präsident Wladimir Putin drängte auf globale Anstrengungen gegen den Terror. Sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan versprach eine starke Botschaft. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Teilnehmer auf, Entschlossenheit gegen den Terrorismus zu zeigen.

Doch abseits der harten Worte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zeichneten sich noch keine konkreten Schritte ab. Lediglich vage Meldungen über eine engere Geheimdienstkooperation wurden am späten Abend bekannt.IS hatte sich zu den Anschlägen in der französischen Hauptstadt mit mindestens 129 Toten ebenso bekannt wie zu dem Doppelattentat in Beirut, wo am Donnerstag 43 Menschen getötet wurden.

„Unsere Antwort auf den internationalen Terrorismus wird sich bei dem Gipfel auf sehr starke, sehr harte Art konkretisieren“, sagte Erdogan nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama. Dieser sagte zu, die Kräfte zu „verdoppeln“, um die Drahtzieher von Paris zu fassen und den IS zu „eliminieren“.

Merkel warnte vor voreiligen Verdächtigungen gegen Flüchtlinge und forderte eine gründliche Aufklärung der Hintergründe der Paris-Attentate. „Das sind wir auch den vielen unschuldigen Flüchtlingen schuldig“, sagte sie. Zugleich warb sie für mehr legale Einwanderungsmöglichkeiten in die EU.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wandte sich gegen eine europäische Abschottung. „Diejenigen, die die Attentate verübt haben, sind genau diejenigen, vor denen die Flüchtlinge fliehen, und nicht umgekehrt“, sagte er. „Es ist nicht angebracht, die gesamte EU-Flüchtlingspolitik in Frage zu stellen.“

Bei einem der Attentäter war ein syrischer Pass gefunden worden, mit dem sich jemand zuvor auf der griechischen Insel Leros als Flüchtling hatte registrieren lassen. Die designierte polnische Regierung hatte am Samstag umgehend angekündigt, sie werde nun keine Flüchtlinge aus Griechenland mehr aufnehmen.

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Staatschefs wollen Terror keine Chance geben

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USA und Russland nähern sich an

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