G20 in China
Inselstreit verhagelt Peking den Gipfelauftakt

Für Gastgeber China läuft nicht alles rund beim G20-Gipfel. Kritik erntet Präsident Xi für seine offensive Machtpolitik im Inselstreit mit den Nachbarn. Bei anderen Themen gibt es dagegen teils große Fortschritte.

HangzhouDer G20-Gipfel hat mit Verstimmungen zwischen den Großmächten USA und China, einem Durchbruch beim Klimaschutz und Bewegung im Syrien-Konflikt begonnen. Die Differenzen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Barack Obama reichten vom Inselstreit im Südchinesischen Meer über die Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Südkorea bis zu Chinas Zurückweisung „ausländischer Einmischung“ bei den Menschenrechten.

Einig waren sich die beiden zum Auftakt des Treffens der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im chinesischen Hangzhou aber beim Klimaschutz. Mit dem gemeinsamen Beitritt der beiden stärksten Wirtschaftsmächte der Welt zum Pariser Uno-Abkommen dürfte die historische Vereinbarung nun früher in Kraft treten als erwartet.

Im Entwurf der Abschlusserklärung des Gipfels versprechen die anderen Teilnehmerstaaten, dem Beispiel folgen zu wollen. Obama äußerte sich euphorisch: „Eines Tages werden wir das hier als einen Moment sehen, in dem wir uns entschieden haben, unseren Planeten zu retten“, sagte er. Das Abkommen soll die Erderwärmung auf zwei Prozent im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen.

Obamas Hauptkritikpunkt an China ist das offensive Vorgehen Pekings im Konflikt mit den Nachbarn um Inseln und Riffe östlich und südlich des chinesischen Festlands. Der US-Präsident warnte Xi vor „Konsequenzen“. Der chinesische Staatschef verbat sich die Einmischung. Sein Land werde „unerschütterlich“ seine territoriale Souveränität und maritimen Interessen schützen, sagte Xi.

Bewegung deutete sich in Hangzhou beim Thema Syrien an. Die USA und Russland suchten nach einem Weg zu einem Ende der Gewalt in dem Bürgerkriegsland. Trotz intensiver Verhandlungen war jedoch vorerst keine schnelle Lösung in Sicht, auch wenn Obama eine Vereinbarung mit Russland nicht ausschloss. Es gebe aber noch tiefe Meinungsverschiedenheiten, sagte er. US-Außenminister John Kerry will am Montag mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow weiterverhandeln.

Seite 1:

Inselstreit verhagelt Peking den Gipfelauftakt

Seite 2:

„Aktionsteam statt Quasselbude“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%