G7 in Elmau
Lächeln für die Kameras

Angela Merkel und Barack Obama mischen sich unters Volk, der Präsident macht ein paar Witze und zusammen beschwören sie die deutsch-amerikanische Freundschaft. Krisenthemen klingen nur in Nebensätzen an.
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Garmisch-Partenkirchen/ElmauEs läuft wie bestellt für Angela Merkel. Kanzlerinnenwetter in Krün, als sie mit ihrem Ehemann Joachim Sauer eintrifft. Die Alphornbläser stimmen ein, Merkel setzt ein mildes Lächeln auf und schreitet im hellblauen Blazer durch den eigens aufgebauten Biergarten vor dem Rathaus der kleinen Gemeinde, in dem ausgesuchte Einheimische in Dirndl und Lederhosen seit Stunden in der Sonne ausharren. Hunderte stehen zudem am Straßenrand, um die Kanzlerin und ihren wichtigsten Gast hautnah zu erleben.

Der lässt seine Gastgeberin eine Viertelstunde in der Sonne warten. Dann endlich kommt er: federnder Gang, Küsschen für Merkel, Handschlag für Sauer. Um kurz vor sieben war der Amerikanische Präsident auf dem Münchner Flughafen gelandet und anschließend mit dem Hubschrauber nach Elmau weitergeflogen.

Nun trägt er sich mit Merkel ins goldene Buch der Gemeinde ein. Die Kanzlerin beginnt: „Lieber Barack Obama, herzlich willkommen im Namen aller, die sich hier versammelt haben. Es ist mir eine große Freude, dass Du die Gelegenheit wahrnimmst, hier ein Stück oberbayerisches Kulturgut zu sehen.“ Trotz aller Meinungsverschiedenheiten, sagt Merkel, sei Amerika „Freund und Partner“ mit dem man Werte teile und eng kooperiere.


Obama antwortet mit Witz: „Gruss Gott“, beginnt er seine Ansprache in breitem Englisch. „Es ist wunderbar zurück zu sein in Deutschland.“ Zum vierten Mal sei er jetzt hier bei seiner „Freundin und Partnerin“ Angela. „Ich möchte allen Danken für diesen wunderbaren Besuch, ich weiß, dass es immer anstrengend ist, wenn ich komme. Aber ich darf ihnen verraten: Das war die beste Alphornaufführung, die ich jemals gehört habe. Leider habe ich meine Lederhose vergessen – aber vielleicht kann ich noch eine kaufen.“

Als er mitbekommen habe, dass Merkel das G7-Treffen in Bayern feiern wolle, habe er auf das Oktoberfest gehofft. „Aber ich musste feststellen: Es gibt nie einen schlechten Tag für Bier und Weißwurst.“ Dann zieht Obama sein Jackett aus, lässt sich an einem Tisch nieder, betrachtet das Weißbier vor sich.

Er prostet Merkel zu, die inzwischen auch von Wasser auf Bier umgestiegen ist. Merkels Ehemann Joachim Sauer erklärt dem US-Präsidenten derweil, wie eine Weißwurst fachgerecht gepellt wird. Die Stimmung ist gut - der Gipfel kann beginnen.

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