G8-Gipfel
Merkels schwierige Mission

Auf dem G8-Gipfel in den USA steht die Schuldenkrise ganz oben auf der Agenda. Für die Kanzlerin ein schwieriges Thema: Sie steht mit ihrer Sparpolitik weitgehend alleine da.
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Camp DavidHinter Bundeskanzlerin Angela Merkel liegt keine normale Woche, wenn am heutigen Samstag die Arbeitsgespräche der G8-Staaten im amerikanischen Camp David beginnen. Das desaströse Ergebnis der CDU bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, der kurzfristige Rausschmiss von Umweltminister Norbert Röttgen und die Zuspitzung der Euro-Krise durch die notwendigen Neuwahlen in Griechenland und die Milliardenprobleme der spanischen Banken haben die deutsche Regierungschefin erheblich gefordert. Selbst für eine krisenerprobte Kanzlerin ist die Ballung so vieler  Probleme eine echte Herausforderung. Merkel ist deshalb nicht geschwächt, aber auch nicht so unbelastet wie beim G8-Gipfel vor einem Jahr.

US-Präsident Barack Obama begrüßte die Vertreter der wichtigsten westlichen Industriestaaten gestern Abend auf dem Landsitz des Präsidenten und bat sie zu einem ersten zweistündigen Arbeitsessen. Dabei stand die Sorge um die Folgen der Schuldenkrise im Vordergrund. Aber auch die Lage in Syrien und Iran sorgten für Gesprächsstoff.

Zur Euro-Krise wird Merkel heute gleich in der ersten Arbeitssitzung zur Lage der Weltwirtschaft Stellung beziehen müssen. Eineinhalb Stunden ist für das wohl wichtigste Thema des G8-Gipfels angesetzt – und die Erwartungen an die Bundeskanzlerin sind immens. So hat US-Präsident Barack Obama bereits im Vorfeld des Gipfeltreffens klar gemacht, dass er sich eine baldige Lösung der Euro-Krise wünscht. Obama hat nach Angaben aus Regierungskreisen kein Interesse daran, dass sein Präsidentschaftswahlkampf durch eine Zuspitzung der Schuldenkrise auf dem europäischen Kontinent beeinflusst wird. Schon gar nicht soll es zu einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone kommen. Mittlerweile hat der US-Präsident erhebliche Zweifel, ob das Krisenmanagement der Euro-Länder überhaupt funktioniert. Statt einseitige Austeritätspolitik fordert Obama von den Europäern deutlich mehr Anstrengungen für zusätzliches Wachstum, im Zweifel auch über neue Schulden.

In der Wirtschaftspolitik drängen auch andere Länder der G8 Kanzlerin Merkel zu einer stärkeren Wachstumspolitik in Europa. Obama schloss sich nach einem Gespräch mit den neuen französischen Präsidenten François Hollande den Forderungen nach wirtschaftlichen Impulsen in Europa an. Auch Großbritanniens Premier David Cameron rief den Kontinent zu entschlossenem Handeln auf, um die Schuldenkrise in Griff zu bekommen. Kanada und Italien unterstützen ebenfalls eine Wachstumsinitiative, Japan hat wiederholt große Sorgen um die europäische Entwicklung geäußert.

Nach dem Treffen mit Hollande forderte Obama die Europäer auf, dem Wirtschaftswachstum die gleiche Aufmerksamkeit wie der Haushaltskonsolidierung einzuräumen. Er stimme mit seinem neuen französischen Kollegen darin überein, dass diese Frage für die gesamte Weltwirtschaft von außerordentlicher Bedeutung sei, sagte Obama. Der US-Präsident befürchtet einen Rückschlag für den Aufschwung in seinem Land, wenn der Kontinent länger als Wachstumsmotor ausfällt und ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone internationale Turbulenzen auslöst.

Kommentare zu " G8-Gipfel: Merkels schwierige Mission"

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  • ayTheTruth
    hat der RWE-Chef bestens gesagt.

  • fremd,

    ach, das hier, das ist bloß der lallende Pöbel. "Der" Deutsche ist nicht per se von der BLÖD lobotomisiert und kreischt täglich "Griechen raus!", bevor er sich die Zähne putzt.

    Was aber Ihre Beschreibung des hier hysterisch herumkreischenden Mobs betrifft: Volltreffer ...

  • Keeper

    So schön wie alle hier das "Vater unser" und das "Ave Maria" aufsagen können, jeden tag die Jungfräulichkeit Mariens diskutieren und die Frage, wieviele Engel denn nun auf der Spitze einer Nadel Platz finden (Kennen Sie die Antwort?) ... da müssen Sie hier befürchten als "G*ttloser Ketzer" gleich mit ein paar feurigen Holzscheiten Bekanntschaft zu machen.

    Apage Satanas!

    Sie haben natürlich Recht: Es muss so etwas wie Sex im Spiel gewesen sein, aber ... psssstttt ... das ist so schmutzig dieses Körperflüssigkeitsaustauschding, die Herrschaften hier sterben lieber aus, als sich mit so etwas ekelhaftem wie Schuldenmachen am Leben zu halten. Lieber verhungern die vorher.

    Schlimm nur, daß die auch gerne hätten, daß die anderen auch gleich mit verhungern.

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