Gabriel besucht Kissinger
Eine Flasche für den Fürther

Auf seiner USA-Reise stattet Sigmar Gabriel Henry Kissinger einen Besuch ab. Als Gastgeschenk gibt es Wein aus Franken, der Heimat Kissingers. Aber wenn der wüsste, wo der Wirtschaftsminister den gekauft hat.
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Der fränkischen Heimat ist Henry Kissinger bis heute verbunden. Sigmar Gabriel ist ein aufmerksamer Gast und bringt dem früheren US-Außenminister einen Weißwein mit, einen aus Franken und im Bocksbeutel. Gabriel verschweigt allerdings, dass die Flasche aus dem Weinladen in der SPD-Zentrale, dem Willy-Brandt-Haus, stammt. Schließlich sind erst vor wenigen Wochen despektierliche Äußerungen Kissingers über Willy Brandt aus den 70er Jahren bekannt geworden.

Gabriel begegnet dem inzwischen 91-jährigen Kissinger mit ausgesuchter Höflichkeit, lässt sich von Kissinger die imposante Fotogalerie in dessen Büro erklären. Sie zeigt den großen alten Mann aus Fürth mit sämtlichen US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte, auch mit Richard von Weizsäcker und vielen Staatschefs aus aller Welt.

Kissinger sagt, dass er noch heute immer wieder das Grab seines Großvaters in Fürth besuche, dass es jetzt 75 Jahre her sei, dass er mit seiner Familie Deutschland verlassen musste, wechselt dabei mit seiner markant-sonoren Stimme vom Deutschen ins Englische. Dann schließen sich für die Journalisten die Türen des Kissinger-Büros im 26. Stock an der Park Avenue in Manhattan.

Das einstündige Gespräch dreht sich, natürlich, um das große Ganze, die Veränderung der geopolitischen Lage, das deutsch-amerikanische Verhältnis. Danach musste Gabriel schnell weiter: zur Eröffnung einer Niederlassung einer deutschen Start-Up-Schmiede in New York.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • „Aber wenn der wüsste, wo der Wirtschaftsminister den gekauft hat.“

    “... letztendlich wurden zwei Weltkriege geführt, um eben das, eine dominante Rolle Deutschlands, zu verhindern.“ - Henry Kissinger in seinem Artikel in der „Welt am Sonntag“ vom 23. Oktober 1994
    Ob Gabriel das weiß?

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