Gauck warnt vor Iran
„Gefahr für Israel und Europa“

Mit deutlichen Worten hat Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Israel-Besuch vor Iran und dessen Atomprogramm gewarnt. Gauck zeigte sich zudem besorgt ob des immer schlechter werdenden Israel-Bildes in Deutschland.

Tel AvivBei seinem ersten offiziellen Besuch in Israel hat Bundespräsident Joachim Gauck vor den Gefahren des iranischen Atompotenzials gewarnt. Er sei wegen der Nuklearpläne des Iran „sehr besorgt“. Diese seien nicht nur für Israel und den Nahen Osten eine Bedrohung. Auch für Europa stelle dieses eine potenzielle Gefahr dar, sagte Gauck bei seinem Treffen mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres.

Deutschlands Politiker würden für die Sicherheit und das Existenzrecht Israels eintreten, sagte Gauck in Jerusalem, wo er von Peres mit militärischen Ehren empfangen worden war. Deutschland und Israel seien „enger verbunden als jemals zuvor“, so Gauck. Er wolle in Israel „ein Zeichen der Solidarität in schweren Zeiten“ setzen.

Über die immer kritischere Haltung vieler Deutscher zum jüdischen Staat äußerte sich Gauck besorgt. „Ohne Umfragen überzubewerten: Als Freund Israels besorgen mich die Ergebnisse dennoch“, antwortete er der Zeitung „Haaretz“ auf eine Frage nach dem sinkenden Ansehen Israels in Deutschland. Eine Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass 70 Prozent der Deutschen Israel vorwerfen, seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Völker zu verfolgen, und 59 Prozent die israelische Politik für aggressiv halten.

„Aus den Abgründen seiner Geschichte kommt Deutschland eine einzigartige Verantwortung gegenüber Israel zu“, betonte Gauck. „Wachsende Ressentiments gegenüber Israel sind zwar nicht allein ein deutsches Phänomen, aber wir Deutsche sollten uns besonders kritisch fragen: In welchem Geist urteilen wir über israelische Politik? Doch bitte nur im Geist der Freundschaft. Da ist durchaus auch Platz für Kritik, nicht aber für Vorurteil“, betonte der Bundespräsident.

Zu der Kritik von Nobelpreisträger Günther Grass an der israelischen Iran-Politik sagte Gauck, die Meinung des Schriftstellers entspreche in keiner Weise der offiziellen Haltung Deutschlands. Grass habe seine „persönliche Meinung“ geäußert, sagte Gauck in seinem Interview mit Haaretz.

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