Gefängnis getroffen
Mindestens 60 Tote bei Luftangriff im Jemen

Im Jemen sind bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf eine von Huthi-Rebellen kontrollierte Stadt mindestens 60 Menschen getötet worden. Bei dem Angriff ist ein Gefängnis getroffen worden.

SanaaIm Jemen sind bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf eine von Huthi-Rebellen kontrollierte Stadt mindestens 60 Menschen getötet worden. Behörden, Mediziner und Angehörige berichteten am Sonntag, bei dem Angriff auf Hodeida am Roten Meer sei ein Gefängnis getroffen worden. Unter den Toten seien auch Häftlinge. Den Angaben zufolge wurde das Gefängnis am Samstagabend dreimal getroffen. 84 Häftlinge hätten sich zu dem Zeitpunkt in dem Gebäude befunden. Das Gebäude wurde zerstört, Gefangene waren unter den Trümmern begraben. Nach örtlichen Angaben befindet sich die Anlage innerhalb eines Komplexes, der von den Rebellen genutzt wird. Während des Angriffes seien aber nur Gefängniswärter vor Ort gewesen. Die Koalition selbst gab dagegen an, das angegriffene Gebäude sei von den Huthis als Kommandozentrale genutzt worden. Zudem waren am Samstag nach Behördenangaben bei einem Luftangriff der Koalition auf die Provinz Tais im Südwesten des Jemens mindestens 17 Zivilisten ums Leben gekommen.

Die arabische Koalition kämpft seit März 2015 gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und versucht, dem international anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi wieder zur Macht zu verhelfen. Doch auch mit Tausenden Angriffen gelang es nicht, die Huthis aus der Hauptstadt Sanaa zu vertreiben. Stattdessen wurden wiederholt Schulen, Märkte, Krankenhäuser und Wohnhäuser getroffen und zahlreiche Zivilisten getötet.

Hadi ist vor den Rebellen, die ihm und seiner Regierung Korruption vorwerfen, ins benachbarte Saudi-Arabien geflohen. Sein Lager wird von einer Golfstaaten-Allianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabien unterstützt. Am Samstag lehnte er einen UN-Vorschlag ab, wie die Gewalt im ärmsten Land auf der arabischen Halbinsel beendet werden könnte. Nach einem Gespräch mit dem UN-Sondergesandten Uld Scheich Ahmed in Riad sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur Saba zufolge, der Vorschlag belohne die Rebellen und bestrafe die Bevölkerung des Jemens. Der Plan, der Reuters vorliegt, sieht den Rücktritt Hadis und die Bildung einer neuen Regierung vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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