Geiselnahmen
Erstmals Türke im Irak von Entführern ermordet

Erstmals ist ein im Irak entführter Türke von Aufständischen ermordet worden. Die türkischen Nachrichtensender NTV und CNN-Türk zeigten am Montag Videobilder der Hinrichtung, die von einer Internetseite aus dem Umfeld der Terror-Organisation des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi stammen sollen.

HB BAGDAD/ISTANBUL. Demnach wurde der Mann von seinen vermummten Entführern durch drei Schüsse in den Kopf getötet. Eine offizielle Bestätigung von türkischer Seite gab es zunächst nicht. Bislang waren alle Entführten aus der Türkei unversehrt wieder freigekommen.

Erst am Wochenende hatte die Extremisten-Organisation mit der Tötung zweier türkischer Fahrer innerhalb von 48 Stunden gedroht, wenn sich ihre Arbeitgeber bis dahin nicht aus dem Irak zurückzögen.

Auf einem von El Dschasira ausgestrahlten Video waren die beiden Türken in der Gewalt von drei vermummten und bewaffneten Männern gezeigt worden. Über ihr Schicksal war am Montag nichts bekannt. Die beiden Firmen aus Mersin in der Südtürkei, für die die Fahrer arbeiteten, erklärten, sie würden künftig keine Speditionsaufträge im Irak mehr übernehmen.

Unterdessen ist es irakischen Sicherheitskräften offenbar gelungen, eine der beiden im Irak verschleppten libanesischen Geiseln zu befreien. Es habe im Fall des Libanesen Wlad Damaa eine erfolgreiche Befreiungsaktion gegeben, verlautete aus Kreisen des Außenministeriums in Beirut am Sonntag. Über das Schicksal des zusammen mit einem Syrer entführten Libanesen Antoine Antoun wurde nichts gesagt. Dieser war am Freitag entführt worden.

Ein vor einer Woche im Irak von Extremisten verschleppter somalischer Lastwagenfahrer wurde unterdessen wieder freigelassen, wie der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete. Die Firma, für die der Lastwagenfahrer arbeitet, habe sich entschieden, ihre Aktivitäten im Irak einzustellen, hieß es zur Begründung der Freilassung.

Unklar war bis zum Montag das Schicksal von sieben entführten Lkw-Fahrern aus Indien, Kenia und Ägypten. Es gab widersprüchliche Berichte über deren angebliche Freilassung.

Ein Vertreter der irakischen Übergangsregierung sagte, ausländische Unternehmen sollten in Zukunft mehr irakische Fahrer beschäftigen, um das Risiko von Entführungen zu verringern. Mindestens acht Verschleppte wurden von ihren radikal-islamischen Entführern inzwischen umgebracht.

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