Geldwäsche
Guatemalas Ex-Prasident plädiert auf nicht schuldig

Der frühere guatemaltekische Präsident Portillo soll 70 Millionen US-Dollar gewaschen haben. Bei seiner ersten Anhörung vor einem New Yorker Gericht weist der 61-Jährige die Vorwürfe zurück. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
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New YorkNach seiner Auslieferung in die USA hat Guatemalas früherer Präsident Alfonso Portillo alle Vorwürfe der Geldwäsche zurückgewiesen und auf nicht schuldig plädiert. In den kommenden Tagen soll vor einem New Yorker Gericht verhandelt werden, ob der 61-Jährige gegen Kaution auf freien Fuß kommt, hieß es am Dienstag aus Justizkreisen.

Am Freitag hatten die guatemaltekischen Behörden Portillo an die USA ausgeliefert. Der Ex-Präsident (2000 - 2004) soll öffentliche Gelder in Höhe von 70 Millionen US-Dollar über Konten in Europa und den USA gewaschen und veruntreut haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Unter anderem wird Portillo vorgeworfen, eine Millionenspende Taiwans für die Beschaffung von Schulbüchern unterschlagen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in New York mit. Auch aus dem Verteidigungshaushalt soll der frühere Staatschef finanzielle Mittel abgezweigt haben. Gewaschen worden sei das Geld über Konten seiner Ex-Frau und seiner Tochter.

„Nach dreijährigen Bemühungen um die Auslieferung ist Alfonso Portillo endlich in die Vereinigten Staaten gebracht worden. Hier muss er sich für die Veruntreuung von Millionen Dollar verantworten, die für das Volk von Guatemala bestimmt waren und die er über US-Banken gewaschen hat“, sagte Staatsanwalt Preet Bharara.

An den Ermittlungen gegen Portillo waren zahlreiche US-Behörden unter der Führung der Antidrogenbehörde DEA beteiligt. „Als Präsident hat Portillo unserer Banksystem missbraucht, um illegale Gewinne zu waschen“, sagte DEA-Direktorin Michele Leonhart. „Das stellt einen Gesetzesbruch dar und wird von der DEA entschieden verfolgt.“

Portillo hatte seine Auslieferung am Freitag als Entführung bezeichnet. Er warf der guatemaltekischen Regierung „Komplizenschaft“ mit den USA vor. Die Generalstaatsanwaltschaft hingegen erklärte, nach der Ausschöpfung aller Rechtsmittel sei Guatemala zu der Auslieferung verpflichtet gewesen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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