Georgien im Konflikt mit Russland
Kaukasus: Attacken aus dem Cyberspace

Am Boden und in der Luft scheint der georgisch-russische Konflikt um die abtrünnige Region Südossetien beendet zu sein. An einem Ort aber könnte er weiter schwelen: im Internet.

DÜSSELDORF. Seit vergangener Woche behauptet die georgische Regierung, Opfer von Hacker-Attacken aus Russland zu sein. Zahlreiche Regierungs- und Medienseiten waren online nicht erreichbar. Doch auch russische Seiten fielen aus, so die des TV-Senders Russia Today und die der Nachrichtenagentur Ria Novosti. Ob sich nun auch im Web die Lage beruhigt, ist offen.

Am Montag schickte Estland jedenfalls zwei Mitarbeiter seines Computer Emergency Response Team (Cert) nach Tiflis. Estland war im Mai 2007 Opfer der bisher schwersten konzertierten Online-Attacke in der Geschichte. Damals hatten mutmaßlich russische Hacker estnische Seiten attackiert, nachdem die Regierung eines russisches Kriegsdenkmal versetzen ließ. Als Folge wurde das Cert in Talin ausgebaut, die Nato gründet dort außerdem gerade ein Zentrum für Internet-Kriegsführung.

Die Website des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili ist gestern bereits vom US-amerikanischen Dienstleister Tulip Systems übernommen worden, dessen Chefin Nino Doijashvili aus Georgen stammt. Hilfe kommt auch aus Polen: Staatspräsident Lech Kaczynski stellte Saakaschwili Platz auf seiner englischsprachigen Webseite zur Verfügung. Kaczynski erklärte, die "russische Föderation blockiert georgische Internetportale". Bereits am Freitag hatten die Georgier das Ministerium beim Google-Dienst Blogger ein Weblog eröffnet, um erreichbar zu bleiben.

Ob es aber tatsächlich zu Cyberattacken gekommen ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. "Die Informationslage ist unklar", heißt es bei der deutschen Hacker-Vereinigung Chaos Computer Club (CCC). Nicht auszuschließen sei, dass die georgischen Seiten einfach dem internationalen Interesse nach Ausbruch des Konfliktes nicht gewachsen gewesen seien. Oder dass es sich um PR seitens der georgischen Regierung handele.

Bei Cyber-Attacken versuchen Hacker die angegriffenen Seiten mit verschiedenen Methoden zu überlasten. Die Rechner hinter einem Internet-Angebot können nur eine bestimmte Menge von gleichzeitigen Zugriffen verarbeiten. Wird diese Kapazität überschritten, brechen sie zusammen.

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