Gesetzesentwurf
EU will Girokonto-Gebühren regulieren

Der EU-Kommissar Barnier hat ein Gesetz zu den Gebühren von Girokonten angekündigt, weil die Banken nicht transparent genug agierten. Außerdem will er mit neuen Vorschriften das Schattenbankwesen in den Griff bekommen.
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EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hat einen Gesetzentwurf zu den Gebühren von Girokonten angekündigt. „Obwohl wir die Banken dazu aufgerufen haben, haben sie nicht auf freiwilliger Basis für die erforderliche Transparenz gesorgt. Deshalb wird es dazu Ende des Jahres einen Gesetzentwurf von mir geben“, sagte der Kommissar dem Handelsblatt.

Der für Finanzmarktregulierung zuständige EU-Kommissar plant außerdem neue gesetzliche Vorschriften, um die neu entstandenen Schattenbanken in den Griff zu bekommen. „Manche Banken weichen auf Schattenbanken aus, um die EU-Finanzmarktvorschriften zu umgehen“, sagte Barnier. Als Beispiele für Schattenbanken nannte er „Zweckgesellschaften, die Kredite vermitteln, Geldmarktfonds, Investitionsfonds, Hedgefonds und Versicherungsunternehmen“.

Dieser Bereich mache mittlerweile 25 bis 30 Prozent des Finanzmarktes aus, mit steigender Tendenz in Europa, sagte der Kommissar. Er wolle entweder vorhandene Finanzmarktgesetze auf die Schattenbanken ausdehnen oder ein neuen Gesetzentwurf zur Regulierung dieses Sektors vorlegen.

Den seit langem angekündigten Gesetzentwurf zur Abwicklung von Banken will Barnier in Kürze vorlegen. „Wir sind fast fertig. Der Entwurf kommt noch vor dem Sommer“, sagte Barnier.

 

Kommentare zu " Gesetzesentwurf: EU will Girokonto-Gebühren regulieren"

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  • @cisofable
    Auch eine IT-Infrastruktur - speziell mit der bei Banken geforderten Redundanz und Sicherheit - kostet Geld, im Betrieb und in der Weiterentwicklung.
    Dasselbe gilt für Filialen (bei Filialbanken)
    Insofern können auch rein elektronisch abgewickelte Dienstleistungen nicht immer kostenlos sein.
    Die EU-Regulierungsplän zielen auch eher nicht auf Banken in Deutschland. Verglichen mit den meisten anderen EU-Ländern leben deutsche Kunden im absoluten Billig-Bankenmarkt

  • @WolfgangPress:
    Dem stimme ich zu, mit Einschränkungen.
    Für die Führung eines Kontos und beleglose Zahlungen (Überweisungs- und Lastschrifteingänge; Überweisungen per SB-Terminal, Onlinebanking oder Telefonbanking (Sprachcomputer, keine persönliche Entgegennahme) sollten aus meiner Sicht keine Gebühren erhoben werden, für beleghafte Zahlungen (z. B. schriftlich eingereichte Überweisungen) schon. Denn von irgendwas müssen die Mitarbeiter ja auch bezahlt werden, außerdem will die Bank auch noch Gewinn machen und allein mit Zinsen geht das nicht.
    Dann sind die Gebühren für die o. a. verschiedenen Arten von beleghaften Zahlungen aber weitaus teurer, weil die Banken dann ja für die beleglosen gar nichts mehr kriegen, zumal ihnen durch letztere sicherlich auch geringe Kosten entstehen (Technik, Gebühren an Bundesbank für Zahlungen an Banken außerhalb der Bankengruooe). Aber das ist nur fair, denn dann bezahlen die mehr, die die Kosten verursachen.

    Ist ja bei Direktbanken ja heute schon so. Könnte bei Filialbanken aus meiner Sicht auch so sein.

  • Eigentlich dürften die Banken für das führen von Girokonten überhaupt keine Gebühren berechnen. Keine Bank oder Sparkasse zahlt, von Onlinebanken abgesehen, auf die Guthaben Zinsen. Für Überzeihungen werden aber horrende Zinsen berechnet. Es gibt also keinen Grund für die Führung eines Girokontos auch noch Gebühren zu berechnen.

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