Gespannte Lage nach Präsidentenwahl
In Honduras brodelt es

HB TEGUCIGALPA. Der verarmte mittelamerikanische Staat Honduras befindet sich wegen schleppender Auszählung nach der Präsidentenwahl vom Sonntag in einer schweren Krise. Der Kandidat der Regierung, Porfirio Lobo Sosa von der konservativen Partido Nacional (PN), warf dem Oppositionsvertreter Manuel Zelaya Rosales von der Liberalen Partei (PL) vor, den Sieg verfrüht beansprucht zu haben. Mit dem Wahlergebnis wird erst in einer Woche gerechnet.

Beide Seiten riefen zu Demonstrationen auf. In der Hauptstadt Tegucigalpa gingen deshalb starke Polizeikräfte in Stellung, um Zusammenstöße zu verhindern. Bei einem Autounfall im Westen des Landes starben bei einer „Siegesfeier“ der Opposition 23 Menschen.

Zelaya hatte den Sieg nur auf Grund von Nachwahlbefragungen für sich beansprucht und war darin von seinem Parteifreund, dem Präsidenten der Zentralen Wahlkommission TSE, Arístides Mejía, noch bestärkt worden. Zelaya sei der „gewählte Präsident“, hatte Mejía schon in der Wahlnacht mitgeteilt, als erst etwa ein Prozent der Stimmen ausgezählt waren. Weitere Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Lobo erkannte diesen Anspruch nicht an und rief seine Anhänger auf, sich „notfalls landesweit zu erheben“.

Der amtierende Präsident Ricardo Maduro betonte, bisher stehe kein gewählter Präsident fest. Zelaya warf ihm daraufhin vor, „mit dem Feuer zu spielen“.

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