Gipfel-Desaster von Kopenhagen
Merkel und Obama reden die Ergebnisse schön

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Ergebnis des Uno-Klimagipfels von Kopenhagen gegen überzogene Kritik verteidigt und davor gewarnt, die Ergebnisse schlechtzureden. US-Präsident Obama und die chinesische Regierung sprechen gar von "einem wichtigen Durchbruch" und "einem neuen Anfang, um die Probleme durch den Klimawandel in den Griff zu bekommen". Bei den Kritikern herrschen dagegen Fassungslosigkeit und Wut über den Gipfel des Versagens. Auch der Bundeskanzlerin wird eine Mitschuld zugesprochen.
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HB BERLIN/KOPENHAGEN. Kopenhagen sei "ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Merkel der "Bild am Sonntag". "Wer Kopenhagen jetzt nur schlechtredet, beteiligt sich am Geschäft derer, die bremsen, statt voranzugehen." Das magere Ergebnis des Uno-Gipfels hatte bei Politikern, Umweltschützern und Wissenschaftlern große Ernüchterung hervorgerufen. Merkel verwies zugleich auf die besondere Verantwortung Deutschlands für den nächsten Schritt beim globalen Klimaschutz. "Auf Kopenhagen muss jetzt aufgebaut werden. Das wird Deutschland auf der Konferenz Mitte des Jahres in Bonn tun."

Der Gipfel war nach fast zwei Wochen am Samstag mit einem uverbindlichen Minimal-Konsens zum Abbau der Treibhausgase zu Ende gegangen. Die Staaten nahmen zur Kenntnis, dass die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt bleiben soll. Sie vereinbarten aber keine allgemeinverbindlichen, international kontrollierten Ziele für den Weg dorthin. Mehrere Entwicklungsländer stimmten dem Kompromiss deshalb nicht zu.

Auch US-Präsident Barack Obama verteidigte den Klima-Konsens von Kopenhagen und sprach von einem "wichtigen Durchbruch". "Zum ersten Mal in der Geschichte sind alle größeren Volkswirtschaften der Welt zusammengekommen, um ihre Verantwortung zum Handeln angesichts des drohenden Klimawandels zu akzeptieren", erklärte Obama am Samstag nach seiner Rückkehr in die USA. Der erreichte Konsens bereite den Weg für ein internationales Handeln in den kommenden Jahren. Der US-Präsident räumte jedoch ein, die Verhandlungen seien extrem schwierig und komplex gewesen.

Noch unkritischer bewertete China, Nummer eins unter den weltweit größten Luftverschmutzern, das Ergebnis von Kopenhagen. Der Gipfel sei "ein neuer Anfang" gewesen, um die Probleme durch den Klimawandel in den Griff zu bekommen, erklärte Außenminister Yang Jiechi am Sonntag in Peking. "Dank der Anstrengungen aller Parteien wurde bei dem Treffen ein wichtiges und positives Ergebnis erzielt", wurde Yang in einer im Internet veröffentlichten Erklärung seines Ministeriums zitiert. In der Erklärung wurde erneut die Ablehnung Chinas betont, den Entwicklungsländern eine Verringerung der Emissionen aufzuzwingen und Finanzhilfen an eine internationale Überprüfung solcher Maßnahmen zu knüpfen. "Chinas Klimaziele sind wissenschaftlich begründet und vernünftig, an keine Bedingung und nicht an Ziele anderer Länder geknüpft. Sie sind nicht verhandelbar", hieß es weiter. China hatte sich beharrlich geweigert, sich auf konkrete Klimaziele zu verpflichten.

Die getroffene Vereinbarung sei „gut für alle Entwicklungsländer“, befand auch der indische Umweltminister Jairam Ramesh, dessen Land im Emission-Ranking an vierter Stelle steht. So habe man sich auf Transparenz-Mechanismen verständigt, die die staatliche Souveränität „schützen“. Premier Manmohan Singh räumte zwar ein, dass man hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Gleichwohl nannte auch er Kopenhagen einen „Meilenstein“. Zudem erklärte Singh, unabhängig vom Ergebnis werde Indien in den kommenden Jahren den Ausstoß umweltschädlicher Treibhausgase verringern. Dafür haben die Regierung ambitionierte Programme auf den Weg gebracht.

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  • Unsere Kanzlerin....zum totlachen.
    Aber sie ist clever, hat ihr Scherflein im trockenen.
    Regiert, gelenkt und bezahlt von der Hochfinanz, eine ergebene Vasallin.
    Die Unwissenheit und Naivität der bevölkerung wird ausgenutzt um eine neu "Weltregierung" voranzutreiben.
    Na wenn`s den so nicht klappt - sind wir mal gespannt auf 2010.
    Da werden dann andere Geschütze aufgefahren. Es werden wohl weiter und schlimmere "Attentate" als 9/11 folgen müssen um die Ziele der "Elite" zu verwirklichen.
    Seien wir auf schlimmes gefasst.....

  • Sehr geehrte Frau bundeskanzlerin Merkel,
    Der groß aufgezogene Uno-Klimagipfel von Kopenhagen ist zu Ende, außer Spesen nichts gewesen. Der bundeskanzlerin wurden ihre Grenzen aufgezeigt, von den sogenannten Schwellenländern wie indien und China. Aber der Kanzlerin macht dies nichts, solange die deutsche Wirtschaft Aufträge aus diesen Ländern erhält, wird die Entwicklungshilfe weiter an beide Staaten fließen. Die Supermacht USA schickt ihren in berlin sehr gelobten und verehrten Präsidenten Obama, der außer wagen Ankündigungen nichts Konkretes dabei hatte. ich glaube nun hat jeder Wähler verstanden, wenn ich fordere, Frau Merkel treten Sie mit dieser Regierung zurück, denn für 2010 brauchen wir eine starke, handlungsfähige und richtungsweisende Regierung. Die die vielen Probleme im Land, in Europa anpackt und erledigt. Eine Kanzlerin / Kanzler der Führt und vorangeht

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