Gipfel in Seoul
Die G20 entdeckt überraschend den Gemeinschaftsgeist

Wenige Stunden vor dem Abschluss ihres Gipfels in Seoul haben sich die 20 führenden Industrienationen und Schwellenländer auf zwei Schlüsselreformen zur Stabilisierung der Weltwirtschaft geeinigt. Für Banken sollen schärfere Eigenkapitalregeln gelten, außerdem soll der Internationale Währungsfonds (IWF) umfassend reformiert werden. Sorgen bereitet den Europäern allerdings Irlands Finanznot.
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HB SEOUL. Die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer haben auf ihrem Treffen in Seoul nach heftigen Streitigkeiten doch noch zu einer gemeinsamen Linie über den Kurs in eine neue globale Wachstumsphase gefunden. „Unter dem Strich hat sich gezeigt, dass der Gemeinschaftsgeist siegt“, zog Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag kurz vor Ende des G20-Gipfels in Seoul ihr Fazit.

Die Bemühungen um mehr Kooperation mit dem Ziel, die Weltwirtschaft auf einen ausgewogeneren, beständigen Wachstumspfad zu führen, hätten sich durchgesetzt. Mit den Basel-III-Eigenkapitalregeln für Banken und der IWF-Reform seien zudem zwei Schlüsselvorhaben für stärkere Finanzstabilität auf den Weg gebracht worden.

„Der Geist der Kooperation war wirklich spürbar“, sagte Merkel. In den Wochen vor dem Gipfel in Seoul hatten die G20-Staaten, allen voran die USA, China und Deutschland, heftig über Ungleichgewichte im Handel, über Wechselkursmanipulationen, die US-Geldpolitik und die Balance zwischen Etatsanierung und Wachstumsförderung gestritten. Letztlich konnten diese Konfliktfelder aber entschärft, wenn auch nicht aufgelöst werden, wie aus Merkels Worten hervorging.

Wie schon frühere G20-Gipfel, so wurde auch der in Seoul von Krisenmeldungen überschattet. Die Finanzminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien trafen sich, um über neue Unsicherheiten an den Märkten wegen der irischen Schuldenkrise zu beraten. Wenn Irland Hilfe brauche, stehe dazu mit dem EU-Rettungsschirm das entsprechende Hilfeinstrument bereit, bekräftigten anschließend Merkel und Schäuble. Ob Irland die Hilfen in Anspruch nehmen wolle, müsse das Land selbst entscheiden. Merkel und Schäuble zugleich klar, das der diskutierte neue Krisenmechanismus in der EU, der die europäischen Rettungsschirme nach 2013 ablösen und auch die privaten Gläubiger gegebenenfalls bei Krisenfällen einbinden soll, derzeit für Irland keinerlei Bedeutung habe.

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  • Die globale Machtbalance hat sich auch durch die Finanzkrise verschoben. Schwellen- und Entwicklungsländer werden immer wichtiger. beim G20-Gipfel muss die bundesregierung reagieren. Es geht um die Zukunft unserer Stellung in der Welt: http://bit.ly/coQo8T

  • Hola die Waldfeh!
    ich habe wahrlich diesen Gipfel, ihre Teilnehmer und deren Kompetenzen unterschätzt.
    Jetzt wo alle Ungleichgewichte behoben und alle Differenzen aus dem Weg geräumt sind, steht dem grenzenlosen Wachstum also doch nichts mehr im Wege.
    Jupiee!
    Manchmal habe ich echt das Gefühl, in einer Matrix zu leben oder haben die alle auf dem Gipfel was geraucht? Wahrscheinlich die 600Mrd Dollar, die sie neu gedruckt haben...
    Das Zeug brauch ich auch.

  • Schaun wir mal was hinter den Kulissen durchsickert !
    Diese Propagandasprüche wollen nur wieder die Schafe zum Stillhalten animieren.
    Wenn so viele korrupte Politiker an einem Tisch sitzen - kann nichts gutes für das Volk dabei herauskommen.

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