Gläubiger-Troika
Athen erwartet Schicksalsbericht Mitte Oktober

Griechenland Finanzminister Stournaras rechnet Mitte Oktober mit dem Prüfbericht der Geldgeber-Troika, der entscheidend für neue Zahlungen ist. Er sei „sehr optimistisch“, dass bis Ende des Monats frisches Geld fließt.
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BerlinDie Troika der internationalen Geldgeber wird nach Einschätzung des griechischen Finanzministers Yannis Stournaras bis Mitte des Monats ihren entscheidenden Bericht für die Freigabe der nächsten Hilfsgelder vorlegen. „Ich erwarte den Troika-Bericht bis Mitte Oktober. Und ich bin sehr optimistisch, dass Griechenland bis Ende Oktober frisches Geld vom letzten Paket bekommt“, sagte der Minister der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe). Noch am Dienstag hatte sich er vorsichtiger geäußert. Gefragt, ob der Bericht bis zum EU-Gipfel am 18. Oktober fertig werden könnte, sagte er: „Wir werden sehen“.

Ursprünglich sollte der Bericht, der die Basis für die Entscheidung über die Freigabe von 31 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket ist, im September vorgelegt werden. Inzwischen ist in der EU die Rede davon, dass der Report wohl erst Ende Oktober fertiggestellt werde. Einige EU-Vertreter und Diplomaten haben gar die Vermutung geäußert, die Veröffentlichung könnte bis nach der US-Wahl am 6. November hinausgeschoben werden. Die EU wolle jede Gefahr für die Weltwirtschaft vor der Entscheidung über eine Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama vermeiden, hieß es zur Begründung.

Zwei Vertreter der Regierung in Athen hatten am Dienstag beklagt, unterschiedliche Vorstellungen der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds' (IWF) über das weitere Vorgehen erschwerten die Verhandlungen über weitere Hilfen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte in der vergangenen Woche erfahren, dass der IWF den Schuldenabbau verstärken will, während die EU Griechenland mehr Zeit geben will. Stournaras sagte, „Es gibt keinen Streit mit der Troika, wir sind auf einem guten Weg.“

Seit Wochen verhandelt die griechische Regierung mit der Troika aus EU, EZB und IWF über Einsparungen in Höhe von zwölf Milliarden Euro. Am Montag beraten die Euro-Finanzminister über die Lage in Griechenland. Ohne die nächste Hilfstranche droht dem Land langfristig die Pleite und der Austritt aus der Euro-Zone. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Regierung in Athen auf jeden Fall Geld erhalten wird, um eine weitere Destabilisierung des Währungsraums zu verhindern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Griechenland auf den richtigen Weg?!
    Wenn ich mir folgenden Bericht vom Juni 2012 vor Augen führe, wird noch einige Zeit vergehen bis die Griechen den richtigen Weg einschlagen: Desaströse Steuermoral schockt griechische Fahnder
    "Steuerfahnder haben zahlreiche Geschäfte in den griechischen Tourismusorten überprüft – und in bis zu 77 Prozent aller Fälle Unregelmäßigkeiten entdeckt. Oft gibt es nicht einmal Quittungen." "Es wurde zwar die MwSt. kassiert, aber nicht an den Staat weitergegeben".

    Somit kann man nicht damit rechnen, dass sich dies in absehbarer Zeit bessert. Mich würde interessieren, was mit den Steuerhinterziehern passiert, aber da sich 77 Prozent nicht dran halten wahrscheinlich Garnichts, sonst wäre es ja nicht so weit gekommen.

    Obwohl man davon weiß wird man wieder die entsprechenden Gelder fließen lassen, dies passiert so lange, bis eine, mit radikalen Parteien, durchsetzte Regierung (ob Links oder Rechts) Griechenlands, die Entscheidung, den Ausstieg aus der EU, der Staatengemeinschaft vorwegnimmt.

    Gruß TK

  • Die Maßstäbe werden dann den Gegebenheiten angepasst, wenn man meint, es gehe nicht anders. In die SS kam man zunächst nur, wenn man rein arische Vorfahren über mehr als zwei Jahrhunderte nachweisen konnte. Als die Vorzeigegermanen im Kampf gefallen waren, taten es dann auch Inder, Russen, Tartaren usw., um SS-Truppen zu bekommen. Und nun der Euro, die Troika und Griechenland....

    Untergangsszenarien gehorchen offenbar der Gesetzmäßigkeit, dass ein vormals als wesentlich erklärter Anspruch nach dem anderen über Bord geworfen wird. Wie heißt es doch: In der Not frisst der Teufel Fliegen...

    Heil dem Euro-Endsieg!

  • @aal alias Roman:
    ist jetzt wieder Denunzierungsstunde? Scheint ein unwiderstehlicher Drang zu sein.
    Aber keine Verzweiflung, so etwas ist heilbar. Man muss nur den Mut aufbringen und einfach mal dem Drang nicht nachgeben.
    Hilft, ist wissenschaftlich erwiesen. Sie können ja in der Zwischenzeit stricken oder Zeitungen sortieren, um sich abzulenken. Glauben Sie mir, es geht Ihnen hinterher besser und dem Rest der Menschheit auch.

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