Grenzkooperation
China und Indien schließen Abkommen

Indien und China rücken näher zusammen. Eine Kooperation zwischen den Militärs beider Staaten soll künftig Grenzkonflikte im Himalaya vermeiden. Aber noch immer gibt es keine feste Grenze.
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PekingIndien und China haben in ihrem jahrzehntelangen Grenzkonflikt einen wichtigen Schritt aufeinander zu gemacht. Beim Besuch des indischen Premier Manmohan Singh in Peking besiegelte Chinas Volksbefreiungsarmee ein Abkommen zur Grenzkooperation mit dem indischen Verteidigungsministerium. „Das ist ein Instrument, um Stabilität und Frieden an unserer Grenze zu sichern“, sagte Singh am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung. „Wenn Indien und China die Hände schütteln, nimmt die Welt Notiz.“

Chinas Premierminister Li Keqiang lobte die Zusammenarbeit mit Neu Delhi: „Die Beziehung zwischen China und Indien ist vermutlich die Wichtigste im 21. Jahrhundert, und wir blicken in eine vielversprechende Zukunft.“ Dank des Verteidigungsabkommens werde der Austausch zwischen den Militärs auf beiden Seiten der Grenze verbessert, um künftige Konflikte zu vermeiden. „China möchte mit Indien zusammenarbeiten.“ Zudem werde es gemeinsame Übungen in der Terrorabwehr mit Sicherheitskräften aus China und Indien geben.

Auch dank ökonomischer Vereinbarungen wollen es Indien und China nicht wieder zur einer Eskalation im Grenzgebiet kommen lassen. Im Beisein von Singh und Xi unterzeichneten hochrangige Regierungsvertreter insgesamt neun Abkommen und Absichtserklärungen, zu denen unter anderem bessere Transportwege zwischen beiden Ländern und eine gemeinsame Verwaltung der Flüsse in der Grenzregion gehören.

Noch bis Mai dieses Jahres hatten sich Soldaten beider Länder an der Grenze im Himalaya gefährlich nah gegenübergestanden. Die beiden Länder teilen sich eine provisorische, mehr als 4000 Kilometer lange Grenze. 1962 führten Neu Delhi und Peking einen kurzen, aber heftigen Krieg. Seitdem kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen beiden Seiten. Noch immer haben sich beide Länder nicht auf eine feste Grenze geeinigt.

Trotz aller betonten Freundschaft ließ Manmohan Singh jedoch auch Konfliktthemen durchblicken. „Premier Li hat meine Sorge um das Handelsdefizit zur Kenntnis bekommen“, sagte Singh. Der Handel zwischen beiden Staaten ist in einem großen Ungleichgewicht zu Chinas Gunsten. Vergangenes Jahr betrug der Handel zwischen beiden Ländern 61,5 Milliarden US-Dollar. Bis 2015 wollen beide Seiten ihre Ein- und Ausfuhren auf 100 Milliarden US-Dollar steigern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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