Griechenland
Athen leiht sich kurzfristig frisches Geld

Griechenland hat sich kurzfristig frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. In der neuen Verhandlungsrunde mit seinen internationalen Geldgebern will das Land die Sorgen vor einem erlahmenden Reformeifer zerstreuen.
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AthenDas schuldengeplagte Griechenland hat sich kurzfristig etwas mehr als 1,1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz für die sechsmonatigen Papiere beläuft sich auf zwei Prozent. Er lag damit minimal niedriger als bei vergleichbaren Titeln im Vormonat (damals 812,5 Mio Euro) mit 2,02 Prozent Zinsen, wie die Schuldenagentur PDMA am Dienstag mitteilte. Es habe großes Interesse gegeben. Athen leiht sich fast jeden Monat kleinere Beträge, um Löcher im Haushalt zu stopfen.

Griechenland will in der neuen Verhandlungsrunde mit seinen internationalen Geldgebern Sorgen vor einem erlahmenden Reformeifer zerstreuen. „Wir wollen zeigen, dass Reformen das Ziel bleiben“, sagte ein ranghoher Vertreter der griechischen Regierung am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters vor Beginn der Gespräche mit EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). Damit solle versichert werden, dass die Sparpläne erfüllt werden. Kritiker wie der frühere EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn werfen Griechenland vor, das Tempo bei den zum Teil unpopulären Reformen nach dem Erfolg der linken Syriza-Partei bei der EU-Parlamentswahl im Mai gedrosselt zu haben.

Weil die Verhandlungen mit den Geldgebern diesmal nicht in Athen, sondern in Paris stattfinden, kamen Spekulationen über einen neuen Schuldenschnitt auf. Ein Schuldenerlass stehe aber nicht auf der Tagesordnung, sagte der Regierungsvertreter. „Das ist etwas, dass wir nach Mitte Oktober sehen könnten, vielleicht nach dem Bankenstresstest.“

Der IWF und die Euro-Partner hatten Griechenland mit Milliardenhilfen vor der Staatspleite bewahrt, verlangen dafür im Gegenzug aber Reformen, damit das Land seine Schulden in den Griff bekommt. Der griechische Schuldenberg dürfte in diesem Jahr auf 177,2 Prozent der Wirtschaftsleistung wachsen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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    Deutschland schenkt Griechenland über kleine Umwege wieder einmal Geld

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