Griechenland-Countdown
Die Macht des Bankrotteurs

Ab Montag ist Europas Spar-Vertrag mit Athen hinfällig: Wer die Wahl auch gewinnt, er wird Zugeständnisse der Euro-Zone verlangen. Viel spricht dafür, dass sich auch Berlin erpressen lässt. Aber der Preis dafür ist hoch.
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Berlin/BrüsselIn jeder europäischen Hauptstadt, in jedem Finanzzentrum tagen die Krisenstäbe. In Finanzministerien, Bankzentralen, nationalen Notenbanken und in der Europäischen Zentralbank brüten Experten und Politiker Szenarien und Reaktionen für kommenden Montag aus, den Tag X für Griechenland. Offiziell gilt ein strenges Schweigegebot, doch die Notfallpläne bis hin zu Kapitalverkehrskontrollen und geschlossene Grenzen im Falle eines griechischen Staatsbankrotts werden mit heißer Nadel gestrickt.

Offiziell lautet die stereotype Antwort etwa in Berlin: "Wir arbeiten an Plan A." Die Folgen eines Euro-Ausstieg Griechenlands gelten als unkontrollierbar, daher soll der "Grexit" um jeden Preis verhindert werden. Tatsächlich laufen aber sowohl kurzfristige Sicherungsmaßnahmen für ein mögliches Chaos in Griechenland als auch mittelfristige Überlegungen, wie mit der künftigen Regierung Griechenlands umgegangen werden kann. Dabei ist die Euro-Zone offenbar zu manchem Tabubruch bereit - und macht sich dabei endgültig unglaubwürdig, warnen Kritiker selbst innerhalb der CDU in Berlin.

Akut bereitet sich die Euro-Zone auf die Möglichkeit eines Massenansturms auf die griechischen Banken nach der Parlamentswahl vor. Man könne im Fall eines solchen Ansturms mit Kapitalverkehrskontrollen zwischen Griechenland und dem Rest der EU gegensteuern, heißt es in Brüssel.

Kapitalverkehrskontrollen seien im Notfall rechtlich möglich, wenn die Stabilität des Euro-Finanzsystems ernsthaft bedroht sei, erklärte die EU-Kommission. Außerdem würden in diesem Fall Bankschalter und Geldautomaten in Griechenland wohl vorübergehend geschlossen. Ein kompletter Auszahlungsstopp lasse sich aber nicht ewig durchhalten, hieß es in Brüssel. In Notenbank-Kreisen war von ein bis zwei Wochen die Rede.

Noch lassen sich an den Geldautomaten in Griechenland auch größere Summen problemlos abheben. Aber die gestiegenen Bargeldabhebungen der Griechen machen sich in den Zahlen zum gesamteuropäischen Bargeldumlauf bereits bemerkbar. In den vier Wochen bis zum 8. Juni ging er um 13,5 Milliarden Euro nach oben. Das sind gut 500 Millionen Euro pro Tag. Im Vorjahresvergleich ist der Bargeldumlauf im Euro-Raum um 45 Milliarden Euro oder fünf Prozent gestiegen.

Kommentare zu " Griechenland-Countdown: Die Macht des Bankrotteurs"

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  • @mercurius101:
    Die böse Satire von DasRoteUrkel ist zusammenhängend. Falls jemand intellektuell schwach unterwegs ist und einige Zusammenhänge nicht versteht soll detaillierter nachfragen, dann wird man die Zusammenhänge hier erklären. Es gibt ja tatsächlich Deutsche in den USA, die sich um ihr Land kümmern und es gibt so etwas wie Zeitverschiebung. Es ist traurig, dass Franzosen oder sogar Russen auf die Strasse gehen, um für die Interessen des Volks zu kämpfen und in Deutschland man ESM und sonstigen Verrat stillschweigend hinnimmt

  • @mercurius101:
    Der Beitrag sollte provozieren. So wird mit dem Volk umgesprungen. Und Leuten wie Ihnen gefällt es vielleicht auch so, dass man so mit dem Volk umgeht. Aber vielleicht sollten wir die Politiker nicht ärgern. Sie haben so viel damit zu tun die Pöstchen und Kompetenzen zu verteilen. Übrigens, anstandslos sind Sie und wenn Sie so cholerisch reagieren, sind Sie vielleicht gedopt. Übrigens wenn in Deutschland 4 Uhr morgens ist, ist in anderen Ländern ein bisschen später. Wenn Sie den systematischen Euro Betrug nicht bemerken... na ja...ich werde für sie keine Zeit verschwenden...

  • An "DasRoteUrkel": Morgens so um vier ist wohl der Geist, voll gedopt, vom rhetorischen Durchfall geschüttelt. Der Rubikon (nicht das Rubikon) des Anstands ist überschritten und lässt der wirren Fäkaliensprache freien Lauf. O si tacuisses! Ein Paradebeispiel für den Missbrauch der Redefreiheit. Unverständlich, warum ein solcher Mist gedruckt wird, wenn er zusammenhanglos dahinplätschert, wo doch die Forums-Etikette sagt: „Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen.“

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