Griechenland-Krise
Athen ringt mit Troika um Sparmaßnahmen

Die griechische Regierung steht enorm unter Druck. Die Geldgeber wollen endlich das neue, harte Sparprogramm sehen. Den Preis dürften erneut vor allem die Rentner und sozial Schwache zahlen.
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AthenMit einem Bündel noch härterer Sparmaßnahmen will die griechische Regierung die internationalen Geldgeber beruhigen. Es geht um Einsparungen in Höhe von mehr als 11,5 Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre. Am härtesten dürften diese Maßnahmen abermals die Rentner treffen. Übereinstimmenden Medieninformationen zufolge soll es künftig in Griechenland keine Renten mehr geben, die 2 200 Euro übertreffen. „Wer viel verdient, muss mehr bezahlen“, sagte ein hoher Funktionär des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.

Die Eckpunkte des neuen, harten Sparprogramms präsentierte der neue griechische Finanzminister Ioannis Stournaras den Experten der Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Donnerstag. Am Abend wollte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso den griechischen Regierungschef Antonis Samaras treffen.


Kürzungen soll es auch nochmals im Gesundheitsbereich geben. Wie die griechische Presse mit Berufung auf Regierungsquellen berichtete, soll künftig zahlen, wer zu häufig zum Arzt geht. So sei geplant: Wenn die Arztkosten 1500 Euro im Jahr übertreffen, muss der Versicherte für jeden weiteren Arztbesuch 10 Euro zahlen. Bei einem Krankenhausaufenthalt soll der Patient 15 Prozent der Kosten selbst tragen.

Das Sparprogramm sei noch nicht endgültig festgelegt, hieß es aus Regierungskreisen. Gerungen wird zudem noch um zahlreiche geplante Privatisierungen. Die Chefs der drei Parteien der Koalitionsregierung wollten noch am Donnerstag zusammenkommen, um über die Maßnahmen zu beraten.

Die Sparmaßnahmen müssen von den Geldgebern genehmigt werden. Die Kontrolleure der Troika wollen sich am Freitag mit Samaras treffen. Vorläufig sei die Abreise am 6. August geplant. Von ihrem endgültigen Bericht hängt ab, ob Athen weitere Gelder aus den Hilfsprogrammen bekommt oder das Land zahlungsunfähig wird. Der Bericht wird für den September erwartet.

Die stärkste Oppositionspartei, das Bündnis der radikalen Linken (Syriza), warnte erneut, dass weitere harte Einsparungen das in einer tiefen Wirtschaftskrise steckende Land mit Sicherheit in die Pleite führen würden. Das Linksbündnis forderte ein sofortiges Ende der Verhandlungen mit der Troika und einen Sondergipfel der EU zum Thema Griechenland. Bei diesem sollen alle griechischen Schulden abgeschrieben werden, hieß es.

 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Griechische Finanzminister muß zugeben das in ihrem land pro Jahr um 43 millarden betrogen wird,wenn man das abstellen würde bräuchte man auch keienen rettungsschirm

  • Deutschland hat ein BIP von 2000 Mrd Euro

    wenn alle Biafraländer wie Italien, Griechenland, Spanien und auch die Franzosen austreten, verlieren wir allein durch Währungsverluste ca 25%

    wenn dieser Quasi-Entwicklungsländer pleite ist, bricht unser Export um ca 40% ein, was nochmal 25% sind.

    jede Rechnung ist eine simple Gegenrechnung dessen.

    Wir subventionieren mit dem Euro und auch den Hilfszahlungen unsere eigene Wirtschaft. Stoppen wir das oder beenden wir den Euro haben wir ca 1000 Mrd Euro oder äquivalente andere Währung weniger BIP.

    Alles was biligert als 1000 Mrd Euro ist rechnet sich für Deutschland, auch wenn es einen masslos ärgern muss, das sind die Fakten. Darauf basiert die ganze Schacherei.

    im Fall Griechenland muss man aber die politische Entscheidung Treffen ein Exempel zu statuieren und sie Pleite gehen lassen, dann wäre es auch gerechtfertigt mit den anderen Olivenschüttlersubventionen weietr zu machen. Ich bin sicher, die werden dann auch motivierter. Die alten Römer haben ihr Reich auch nicht mit der Charta der Vereinten Nationen geführt. Wer den ganzen Tag bei 30-40°C im Schatten verbringt braucht regelmässig einen Tritt in den Allerwertesten.

  • Egal was diese griechischen Bescheisser Politiker sagen. Nachdem Sie wieder ein paar tausend Millionen erhalten und gleich wieder verpulvert haben, werden Sie die angekündigten Reformern vergessen. Es hilft alles nichts. Wie leid einem der griechische kleine Mann auch tut, das Land hat im Euro nichts verloren. Es kann nicht sein, dass 11 Millionen eine Bevölkerung von über 300 Millionen verarschen, und noch schlimmer, terrorisieren

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