Griechenland-Krise
Athen spricht von Einigung auf neues Hilfspaket

Griechenland und seine Gläubiger haben sich offenbar geeinigt. Nun stehen auch die Haushaltsziele fest: Danach muss Athen bald einen Überschuss erzielen – zumindest einen kleinen. Am Donnerstag stimmt das Parlament ab.
  • 16

AthenAthen und die Experten der Gläubiger haben sich nach griechischen Angaben am Dienstagmorgen auf ein Memorandum für das neue Hilfspaket geeinigt. Dies berichteten mehrere griechische Nachrichtensender unter Berufung auf Regierungskreise. Es gebe noch einige kleine Einzelheiten, die geklärt werden müssten, hieß es.

Das neue Hilfsprogramm und die damit verbundenen Sparauflagen sollen dem Parlament in Athen noch vor dem Wochenende zur Billigung vorgelegt werden. Zur entscheidenden namentlichen Abstimmung soll es allen Anzeichen nach am späten Donnerstagabend kommen, wie griechische Medien unter Berufung auf Regierungskreise übereinstimmend berichteten.

Über was abgestimmt wird, darüber gibt es noch keine offizielle Erklärung. Allerdings kursiert eine lange Liste mit Reform- und Sparauflagen, die die griechische Regierung umsetzen muss, um auf weitere Milliardenhilfen hoffen zu dürfen. Die konservative Athener Zeitung „Kathimerini“ veröffentlichte am Dienstagmorgen die Vorgaben der Gläubiger.

Demnach sollen unter anderem die Steuern für Reeder erhöht und Steuerbegünstigungen für Landwirte abgeschafft werden, zum Beispiel billigere Treibstoffe. Zudem soll spätestens bis 2016 der verminderte Mehrwertsteuersatz für die Inseln der Ägäis abgeschafft werden, der 30 Prozent niedriger als auf dem Festland ist.

Außerdem soll eine vor drei Jahren als vorläufig eingeführte Immobiliensteuer weiter gelten und die Steuerhinterziehung intensiver bekämpft werden. Die Steuerfahndungsbehörden sind durch zusätzliches Personal aus anderen Behörden zu stärken; ferner soll es keine weiteren Regeln geben, mit denen Steuersündern erlaubt wird, in Raten ihre Schulden zurückzuzahlen.

Auch die stufenweise Abschaffung aller Frührenten gehört zum Auflagenpaket, ebenso wie ein Plan zur Rekapitalisierung der angeschlagenen Banken und zum Umgang mit faulen Krediten. Des Weiteren fordern die Gläubiger die vollständige Liberalisierung des Energiemarktes und weitreichende Privatisierungen.

Kommentare zu " Griechenland-Krise: Athen spricht von Einigung auf neues Hilfspaket"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Verehrte Kommentatoren/innen, lange Rede kurzer Sinn. Premier Tsipras ist ein Schlitzohr. Er stimmt mit Hilfe der Opposition allen Forderungen zu, Bekommt seine so dringend nötigen EURO. Weiss aber jetzt schon, nach mir die Sintflut. Keiner von den s. g. Geldgebern sieht das Geld je wieder. Es ist ja nicht ihres! Schade das wir noch nicht 2017 schreiben!!

  • Ich frge mich auch, wie lange der dumme deutsche Michl noch schläft. Obrigkeitshörig und staatsgläubig findet er alles gut.
    Heute verstehe ich, wie die DDR 40 Jahre existieren könnte

  • Win Boes
    Si haben Recht
    Vor allem die Privatisierung zeigt, was Merkel wirklich will. Sie will sich Griechenland einverleiben. Denn Der Flughafen in Frankfurt, der die Flughäfen in Griechenland kaufen will, ist ein Staatsunternehmen.
    Unsre Kinder und Enkel weren das mal ausbhaden müssen. Sie werden beschimpft werden wie die Nazis.
    Und wie die CDU tickt, können wir ja nun an Kauders Einlssungen sehen. Von einer demokratischen Partei kann da wohl nicht mehr die Rede sein

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%