Griechenland-Krise
„Wir brauchen sofort eine Einigung“

„Zahlungsverkehr muss normalisiert werden“: Eine sofortige Einigung im Schuldenstreit fordert der Präsident des griechischen Tourismusverbands, Andreas Andreadis. Er sorgt sich um das „positive Bild“ seines Heimatlandes.
  • 2

AthenDer Schuldenstreit mit Griechenland steuert auf einen Showdown zu. Vier Tage bleiben der griechischen Regierung noch, um den Gläubigern ihren Reformwillen zu beweisen. Während in Athen ein Maßnahmenpaket ausgearbeitet wird, empfängt das Europaparlament in Straßburg Ministerpräsident Alexis Tsipras mit gemischten Reaktionen. In der Heimat klagt vor allem die Tourismusindustrie über die Krise. Handelsblatt Online hat mit dem Präsidenten des griechischen Tourismusverbands, Andreas Andreadis, über die Schuldenstreit und seine Auswirkungen gesprochen.

Herr Andreadis, wie sehen Sie das Ergebnis der Volksabstimmung?
Ich respektiere und akzeptiere die demokratische Wahl der Griechen. Der Ministerpräsident hat die Unterstützung aller Griechen, jetzt an den Verhandlungstisch mit den europäischen Partnern zurückzukehren und eine tragfähige Lösung innerhalb der Eurozone auszuhandeln.

Wie wirkt sich das Referendum auf den Tourismus aus?
Die Daten zum Fremdenverkehr für das erste Halbjahr und bis zur Ausrufung der Volksabstimmung hatten ein positives Vorzeichen. Seit der Ankündigung des Referendums und der Kapitalkontrollen hatten wir einen Rückgang bei den Last-Minute-Buchungen in der Größenordnung von 30 Prozent.

Positiv ist, dass es bisher nicht in einem besorgniserregenden Maß Stornierungen gibt. Wir glauben, wenn die Verhandlungen mit den Gläubigern schnell abgeschlossen werden, können wir die Rückgänge bei den Last-Minute-Buchungen wieder aufholen.
Welche Folgen haben die Schließung der Banken und die Kapitalkontrollen für die Touristikunternehmen?
Je länger die Banken geschlossen und die Liquidität begrenzt ist, erschwert das die Arbeit der Touristikunternehmen, vor allem natürlich jetzt, in der Hochsaison. Bisher haben wir keine Engpässe bei der Versorgung mit Produkten.

Aber der Zahlungsverkehr, insbesondere mit dem Ausland, muss wieder normalisiert werden, damit wir Finanztransaktionen abwickeln können.
Was muss passieren, was sollte die Regierung tun?

Wir brauchen sofort eine nachhaltige Einigung mit unseren europäischen Partnern, damit das positive Bild Griechenlands im Ausland keinen Schaden leidet und die Wirtschaft sowie der Tourismus wieder normal funktionieren.

Andreas Andreadis ist Präsident des Verbandes der griechischen Touristikunternehmen (Sete).

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

Kommentare zu " Griechenland-Krise: „Wir brauchen sofort eine Einigung“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Vorhang fällt!

    Auch das Handelsblatt ist in dieser Mainstream-Propaganda-Endlosschleife.
    So wollen auch sie einfach nicht wahrhaben, dass es keine faulen Einigungen, keine "Kompromisse" und keine Hinterzimmer-"deals" zur Aufrechterhaltung des mörderischen Euro-Systems mehr geben wird.

    Tsipras hat gesiegt, Schäuble und co. verloren, das deutsche Geld ist weg, Merkel hoffentlich auch bald, der Grexit kommt und der Euro verschwindet in der Mottenkiste der Geschichte.

    Die EU ist tot, lang lebe Europa!

  • Immer dasselbe. Man will eine Einigung (also unser Geld). Aber keine Reformen. Eine Weigerung, die Problem anzugehen, die die griechischen Regierungen (und udrhc die Wahlen das Volk quais selbser) in den letzten 30-40 Jahren geschaffen haben.
    Nur weil man es permanent wiederholt, kommt man eine Lösung nicht näher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%