Griechenland-Rettung
Eurogruppe verschiebt Entscheidung

Das von einer jahrelangen Rezession gebeutelte Griechenland muss weiter zittern. Weitere Rettungsmilliarden werden vorerst nicht frei gegeben. Die beiden wichtigsten Geldgeber sind sich uneinig.
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Brüssel/DüsseldorfGriechenland soll zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen. Endgültige Entscheidungen sollen bei einem Sondertreffen der Euro-Finanzminister am 20. November getroffen werden, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Junker am späten Montagabend nach sechsstündigen Beratungen in Brüssel.

„Die Eurogruppe ist der Ansicht, dass ein korrigiertes Haushaltsziel eine angemessene Anpassung auf dem Pfad der Budgetkonsolidierung ist“, sagte der luxemburgische Premier. Wie die Mehrkosten von knapp 33 Milliarden Euro aufgefangen werden sollen, blieb offen. Es würden dazu verschiedene Wege erkundet, sagte Juncker. Ein Schuldenschnitt, der öffentliche Kreditgeber treffen würde, gehöre nicht zu den bevorzugten Lösungen.

„Wir haben heute einen großen Schritt gemacht, um das griechische Programm abzusichern und das Vertrauen in die Eurozone zu stärken“, sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici nach der Sitzung. Die Geldgeber-Kontrolleure der „Troika“ hatte die Fristverlängerung für Athen empfohlen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Griechenland erst 2016 - und nicht schon 2014 - die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent wieder einhalten wird.

Die Eurogruppe begrüßte das Reformprogramm und den Haushalt 2013 - das griechische Parlament hatte beide wichtigen Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro in der zurückliegenden Woche gebilligt. Da in mehreren Mitgliedstaaten wie Deutschland Parlamente in die Entscheidung für die Auszahlung eingebunden sind, ist nicht genau klar, wann das dringend benötigte frische Geld fließen kann. Nach der Sitzung wurden Meinungsverschiedenheiten der Geldgeber deutlich. Christine Lagarde, Chefin des mächtigen Internationalen Währungsfonds IWF, sagte: „Alle Kapitel des Buchs müssen zufriedenstellend geschlossen werden.“ Dazu gehöre die Schuldentragfähigkeit.

Juncker sprach sich nach einem Treffen der Eurogruppe dafür aus, die Vorgabe zum Erreichen eines griechischen Schuldenstands von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwei Jahre auf 2022 zu lockern. "Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass wir die Zielmarke von 2020 auf 2022 verschieben", sagte Juncker. Doch Lagarde ist anderer Meinung, und will am Datum 2020 fest halten. "Wir haben Meinungsverschiedenheiten, wir arbeiten daran, wir versuchen sie zu lösen", sagte in der Nacht zum Dienstag.

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  • Hinweise:

    1) Ganz Griechenland hat keine moderne Bahnanbindung an den Rest der EU

    2) 70% aller griechischen Jugendlichen haben keinerlei berufliche Ausbildung...

    Vorbild Schweiz

    http://www.zeit-fragen.ch

  • Schmeißt die Griechen ins kalte Wasser! Entweder die lernen schwinmmen oder saufen ab.
    Wenn man das derzeit mit den Duetschen machen würde, wären sie ertrunken, noch bevor sie gemerkt hätten, wieso!

  • Deutschland wird NIEMALS austreten, dafür haben die Deutschen, allen voran die Politiker, die Hose viel zu gestrichen voll, wurde uns doch überdeutlich gezeigt, was passiert, wenn wir eigenständig und ohne Genehmigung unserer Freunde, der ehemaligen Alliierten, handeln: der Fall Herrhausen!!!!

    Wo kämen wir da auch hin?
    Deutschland wieder allein unterwegs!
    Um Gottes Willen!
    HAAAAAAAAAAAAA!
    Wir doch nicht!

    Lieber gehen wir gepflegt unter und auf unserem Grabstein steht: aber sie haben allen bis zu ihrem eigenen Tod geholfen!

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