Griechenland
Schuldenschnitt soll bald unter Dach und Fach sein

In Griechenland gehen die Verhandlungen über einen freiwilligen Schuldenschnitt weiter. Ministerpräsident Papademos und Bankenverbands-Chef Dallara treffen erneut zusammen. EU- Währungskommissar Rehn macht Druck.
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Athen/BerlinIn Griechenland sollen die Verhandlungen um den dringend erforderlichen freiwilligen Schuldenschnitt bald abgeschlossen werden. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, soll am Freitagnachmittag erneut mit Ministerpräsident Lucas Papademos zusammenkommen, wie ein Regierungssprecher sagte. Bereits am Vorabend hatte sich Dallara mit dem Regierungschef und Finanzminister Evangelos Venizelos getroffen. Die Gespräche seien „produktiv“ gewesen und es habe „Fortschritte“ gegeben, teilten der IIF und das Finanzministerium in Athen mit.

Die Europäische Kommission warnt vor einem Scheitern der Hilfsbemühungen. Währungskommissar Olli Rehn sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe), es sei jetzt entscheidend, dass die großen europäischen Parteien ihre Kollegen in Griechenland davon überzeugten, die Reformen verbindlich umzusetzen. „Sonst könnte dieses Programm scheitern.“ Das helfe weder den Griechen noch Europa.

Die privaten Gläubiger, darunter Banken und Hedgefonds, sollen bestehende Anleihen in neue tauschen, dabei auf Teile ihrer Forderungen verzichten und auch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen. Am Freitagmorgen liefen alle Informationen aus Bankkreisen auf einem einem Zinssatz von 3,5 bis 4,6 Prozent hin. Die Laufzeit solle 30 Jahre betragen. In den ersten Jahren soll der Zinssatz niedriger sein. Stufenweise soll er steigen. Dies soll abhängen vom Wachstum, das Griechenland haben wird - falls die Wirtschaft überhaupt wieder wächst. Der Schuldenschnitt solle nach Berechnungen griechischer Finanzexperten mit diesen Zinssätzen etwa 68 Prozent des ursprünglichen Wertes der Anleihen erreichen und würde damit klar über dem eigentlichen Wert von 50 Prozent liegen. Offizielle Quellen wollten diese Information nicht kommentieren.

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Doch vor allem Hedgefonds sollen sich weigern mitzumachen. Sie planen Medienberichten zufolge sogar eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um ihr „Eigentumsrecht“ geltend zu machen.

In Athen setzen unterdessen Vertreter der Geldgeber die Prüfung der Bücher fort. Am Freitag kamen auch die Chefs der sogenannten „Troika“ hinzu. Die Vertreter der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) trafen sich schon am Vormittag mit Finanzminister Venizelos. Anschließend waren für die nächsten Tage Treffen mit fast allen Ministern vorgesehen. Ohne das grüne Licht der „Troika“ kann Athen nicht auf weitere Finanzspritzen hoffen. Die Experten prüfen in regelmäßigen Abständen, welche Fortschritte Athen bei der Umsetzung der Auflagen für die internationalen Kredithilfen gemacht hat. Athen sei dem Vernehmen nach im Rückstand in Sachen Verschlankung des Staates.

Der Chef der EU-Expertengruppe für Griechenland, Horst Reichenbach, hatte am Donnerstag mehr Geduld mit Griechenland bei der Umsetzung von Reformen gefordert. Die griechischen Konservativen, die Teil der Einheitsregierung unter Ministerpräsident Lukas Papademos sind, lehnen etwa eine Kürzung von Renten ab.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei den Kindern aus Deutschland handelt es sich auch um die Nachkommen früherer Kriegstreiber, welche Not und Elend über das griechische Volk gebracht haben. Nicht zu vergessen, das Gold, welches die deutschen Soldaten dem griechischen Volk nach dem Krieg gestohlen haben.
    Da scheint doch ein bisschen Wiedergutmachung angebracht!!!!

  • 60% der Deutschen Kinder leben unter dem Sozialen Minimum.
    Keiner will helfen, aber wenn ums korrupte Griechenland geht, das gerne auch Schmiergelder gibt, wollen alle helfen. Mich wundert das nicht. Griechenland schmiert gut und die Politiker helfen gerne und die Kinder können eben keine Schmiergelder geben, .... selber schuld.

  • Warum sollen wir auf immer mehr verzichten? Warum kommen unsere zusätzlichen Verpflichtungen aus Target 2 nicht auf den Tisch? Wie lange werden wir mit Halbwahrheiten bedient? Warum werden die vermögenden und gutverdienenden Griechen nicht zur Kasse gebeten? Eigenleistung geht vor Fremdleistung. Oder wurden/werden unsere Politiker von den Griechen treu umsorgt? Den kleinen verkauft man die Unterhose, den grossen stopft man den A..... So darf es nicht weitergehen.

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