Größte Freihandelszone der Welt rückt näher
EU und Mercosur vor entscheidender Runde

Die EU und die südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur setzen zum Endspurt ihrer Verhandlungen über den Abbau von Zöllen und zahllosen anderen Hemmnissen im bilateralen Handel an. Im Oktober soll das Assoziierungsabkommen beider Wirtschaftsgemeinschaften stehen. Es entstünde die größte Freihandelszone der Welt. „Bislang halten wir den Zeitplan ein. Ob wir das Ziel rechtzeitig erreichen, ist schwer zu sagen“, sagte EU-Handelskommissar Pascal Lamy dem Handelsblatt.

jh/abu BRÜSSEL/SÃO PAULO. Entscheidend wird der Donnerstag. Die Vertreter beider Seiten wollen dann in Brüssel simultan ihre definitiven Angebote zu den sensibelsten Bereichen vorlegen. Dies hatten EU und Mercosur im November bei der zehnten Verhandlungsrunde vereinbart. Ich erwarte, dass es geschehen wird“, sagt Lamy. Sicher ist er nicht. Schon mehrfach konnten sich die Südamerikaner nicht einigen und präsentierten gar keine oder kaum ausgearbeitete Angebote. Das gilt vor allem für das öffentliche Auftragswesen oder die Dienstleistungen, wo der Mercosur bisher keine gemeinsame Angebotslinie finden konnte. Das liegt auch an den unterschiedlichen Interessen innerhalb des Blocks: Ihm gehören Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay an, die Integration ist in der Praxis noch wenig umgesetzt. Die EU dagegen weigerte sich bisher, bei den sensiblen Agrarprodukten Konzessionen zu machen.

Das soll sich nun ändern: Die Südamerikaner haben mehrfach angedeutet, dass sie zur Öffnung des gesamten Dienstleistungsmarktes, zum Abbau von Industriezöllen sowie zum Zugang zum milliardenschweren öffentlichen Beschaffungswesen im größten Markt Südamerikas bessere Angebote als die ursprünglichen vorlegen werden. In Brasília und Buenos Aires arbeiten derzeit die betroffenen Ministerien an den Vorschlägen.

Die Bereitschaft nachzubessern, liegt vor allem daran, weil die EU im Gegenzug ihr Angebot zur weiteren Öffnung des Agrarmarktes konkretisieren will. Karl Falkenberg, Chefunterhändler der EU für die Verhandlungen mit dem Mercosur, erklärte kürzlich in Buenos Aires, dass die EU ihr Angebot auch bei sensiblen Agrarprodukten wie Zucker, Milchprodukten und Rindfleisch ausweiten will, teilweise über erhöhte Quoten für die südamerikanischen Exporteure.

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