Großbritannien droht
EADS-Milliardengeschäft könnte platzen

Großbritannien hat einem Zeitungsbericht zufolge damit gedroht, einen milliardenschweren Vertrag mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS über die Lieferung von Tankflugzeugen scheitern zu lassen. Nun erwarten die USA den Ausgang der Verhandlungen mit Spannung - dort macht sich EADS Hoffnung auf eine Neuvergabe des Auftrags.

HB LONDON/MÜNCHEN. Das britische Verteidigungsministerium habe unter anderem einen Preisnachlass für die Flugzeuge gefordert und bei Nichterfüllen dieser und weiterer Bedingungen die Aufkündigung des Vertrags angekündigt, berichtete die „Financial Times“ am Dienstag. EADS habe bis zum 24. Juni Zeit, um auf die Anfrage zu reagieren. Ein EADS-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. „Wir kommentieren keine laufenden Verhandlungen“, sagte er nur.

Der Auftrag ist für EADS strategisch wichtig, weil sich die Europäer in einem monatelangem Bieterstreit gegen den US-Erzrivalen Boeing durchgesetzt hatten. Das Unternehmen stößt damit in einen Markt vor, der bisher fast monopolartig von dem amerikanischen Konzern dominiert wurde und große Wachstumschancen bietet: Alleine die US-Luftwaffe dürfte in den nächsten Jahren den Austausch von 500 Tankmaschinen vornehmen.

USA erwartet Ausgang mit Spannung

Der Ausgang der Verhandlungen in Großbritannien wird auch in den USA mit Spannung erwartet, wo sich EADS Hoffnung auf die Neuvergabe einer Order macht: Dort ging ein Zuschlag zunächst an Boeing, der milliardenschwere Auftrag liegt aber seit Monaten wegen möglicher unternehmensethischer Verstöße auf Eis.

Insgesamt geht es bei der aktuell zur Debatte stehenden Order um rund 20 Flugzeuge, die Großbritannien leasen will. Als Wert wurden rund 19 Milliarden Euro veranschlagt. Die Offerte des EADS-Konsortiums, an dem der französische Verteidigungselektronik-Anbieter Thales sowie die britischen Firmen Rolls-Royce und Cobham beteiligt sind, umfasst sowohl neue als auch gebrauchte Flugzeuge vom Typ Airbus A-330.

Der Chef des EADS-Konsortiums, Robin Southwell, machte dem Zeitungsbericht zufolge keine Angaben dazu, ob die Bedingungen erfüllt würden.

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